Komax 2017 mit Wachstum und hohen Investitionen

Matijas Meyer

Komax-CEO Matijas Meyer. (Foto: Komax)

Dierikon – Der Maschinenhersteller Komax hat im Geschäftsjahr 2017 ein starkes Wachstum erreicht und das Ergebnis nach Steuern verbessert. Der Betriebsgewinn wurde jedoch durch hohe Investitionen zurückgebunden. Für das laufende Jahr wird ein Wachstum über dem Markt erwartet und die Profitabilität soll verbessert werden.

Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahr um 9,6% auf 408,5 Mio CHF und der Auftragseingang verbesserte sich um rund 22% auf 449,7 Mio. Der Umsatz liegt dabei leicht unter dem im Januar genannten vorläufigen Wert.

Auf Stufe EBIT wurde hingegen ein leichter Rückgang um 0,6% auf 55,1 Mio CHF ausgewiesen, entsprechend einer Marge von 13,5% (VJ 14,1%). Als Grund für das Minus werden die um 26% höheren Investitionen von 36,7 Mio genannt. Das Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) schliesslich stieg wiederum um 8,8% auf 42,1 Mio CHF.

«Wir haben ein bewegtes Jahr hinter uns und erneut Marktanteile gewonnen», sagte CEO Matijas Meyer am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Die hohen Investitionen seien nötig, um die Leistung steigern zu können. «Wir laufen derzeit an der Kapazitätsgrenze, um die Kundenbestellungen abarbeiten zu können.»

Die deutlich höheren Investitionen seien auch auf die beiden getätigten Akquisitionen Practical Solution und Laselec zurückzuführen, die rund 2,2% zum Wachstum beitrugen. Zudem investiert Komax in den Ausbau der Produktionskapazitäten. «Insgesamt investieren wir von 2017 bis 2019 über 90 Mio CHF in die neue Infrastruktur», sagte Meyer. 2017 fand der Spatenstich für den Erweiterungsbau am Hauptsitz in der Schweiz statt und 2018 folgen zwei weitere Bauprojekte in Deutschland sowie eines in Ungarn.

USA im zweiten Semester erholt
Zum starken Umsatzwachstum haben Europa (+8,0%), Asien (+10%) und Afrika (+47%) beigetragen, schreibt Komax weiter. In Nord-/Südamerika verzeichnete das Unternehmen eine leichte Abnahme (-2,1%). Nach einem stark rückläufigen ersten Halbjahr (-5,8%) habe sich diese Region im zweiten Semester erholt und beinahe das Vorjahresniveau erreicht. Insbesondere in den USA habe im Jahresverlauf die Investitionstätigkeit wieder zugenommen.

«Die Automobilindustrie befindet sich derzeit im Umbruch», sagt Meyer mit Blick auf die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeuge. «Dem folgen wir unseren Produkten und Angeboten.» Neben Automobil fokussiert sich Komax auf die Sparten Aerospace, Telecom & Datacom sowie Industrial.

Unveränderte Dividende – Nachfrage steigt weiterhin
Der Verwaltungsrat schlägt die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 6,50 CHF je Aktie vor, davon 1,50 CHF aus Kapitaleinlagereserven. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 59%.

Das Marktwachstum insgesamt schätzt der Komax-Chef auf rund 6% pro Jahr. «Wir wollen schneller wachsen als der Markt», betonte er. Die Profitabilität soll leicht steigen. Bei der Umsetzung der Strategie 2017-2021 befinde man sich auf Kurs.

Komax strebt dabei einen Umsatz von 500 bis 600 Mio CHF an und einen EBIT von 80 bis 100 Mio. Der RONCE (Return on Net Capital Employed) soll im Durchschnitt bis 2021 rund 25% betragen. 2017 sank dieser Wert auf 23,8% von 26,6% im Vorjahr. Auch die Spanne für die Dividendenausschüttung soll weiter 50 bis 60% vom Nettogewinn betragen.

Gruppenleitung wird 2019 von zwei auf fünf Mitglieder erweitert
Das Wachstum soll auch auf organisatorischer Ebene zu Veränderungen führen. So ist für Anfang 2019 die Erweiterung der derzeit nur aus CEO und CFO bestehenden Gruppenleitung um drei bisherige Bereichsleiter geplant.

Mit den ausgewiesenen Zahlen ist Komax hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Auch bei der Dividende hatten einige Investoren offenbar auf eine Anhebung gehofft. Die Komax-Aktien verlieren in einem gehaltenen Gesamtmarkt (SPI +0,1%) 1,3% auf 292,2 CHF. (awp/mc/ps)

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