Kometenhafter Anstieg der Exporte nach China

Start der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit China am 2011 in Davos mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann (l.) und dem damaligen Handelsminister Chen Deming.

Bern – Am 1. Juli 2014 tritt das bilaterale Freihandelsabkommen Schweiz – China in Kraft. Dies wird dem bereits regen Aussenhandel zwischen den beiden Ländern zusätzliche Impulse verleihen. Schon heute ist China der 6. wichtigste Exportmarkt und der 4. grösste Lieferant der Schweiz. Da die Importe wertmässig höher ausfielen als die Exporte, resultierte 2013 in der Handelsbilanz mit China ein Defizit von 2,7 Mrd. Fr., wie die Eodg. Zollverwaltung (EZV) am Montag in einer Mitteilung schreibt.

Allein seit dem Jahr 2000 sind die Exporte der Schweiz nach China auf das Sechsfache (2013: 8,8 Mrd. Fr.) und die Importe auf das Fünffache (2013: 11,4 Mrd. Fr.) gestiegen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wuchsen die Gesamtexporte bzw. -importe der Schweiz auf rund je das Anderthalbfache. Der Warenverkehr Schweiz-China fristete allerdings bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts eher ein bescheidenes Dasein. So belegte das Reich der Mitte im Jahr 1980 erst den 39. Rang in der Abnehmerliste und war der 35. wichtigste Zulieferer der Schweiz.

Exporte: Pharmazeutika, Uhren und Maschinen generieren 80 % des Umsatzes
Von den Exporten 2013 entfiel anteilsmässig fast gleich viel auf die Chemisch-Pharma-zeutische Industrie (29 %; 2496 Mio. Fr.) wie auf die Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie (28 %; 2461 Mio. Fr.). Davon machten Uhren 60 % bzw. 1446 Mio. Fr. aus, womit China der drittwichtigste Abnehmer von Schweizer Uhren ist. Die Maschinen, Apparate und Elektronik stellten mit 26 % bzw. 2292 Mio. Fr. die drittwichtigste Branche dar. Im Jahr 1990 sah diese Anteilsverteilung noch völlig anders aus: 73 % aller Exporte entfielen allein auf den Bereich Maschinen, Apparate und Elektronik.

Importe: Maschinen, Apparate und Elektronik verdrängen Textilien und Bekleidung
Auf der Importseite dominierten 2013 die Maschinen, Apparaten und Elektronik, die mit 4917 Mio. Fr. einen Anteil von 43 % ausmachten. In diese Kategorie fallen namentlich Büro-maschinen und -geräte (1539 Mio. Fr.) sowie Telekommunikationsgeräte (1423 Mio. Fr.) ins Gewicht. Ferner importierte die Schweiz Haushaltsgeräte für 619 Mio. Fr. Im Jahr 1990 noch die wichtigste Sparte (Anteil 46 %), platzierten sich die Textilien, Bekleidung und Schuhe im 2013 mit 2040 Mio. Fr. auf Rang 2 bzw. wiesen einen Anteil von 18 % aus. Trotz dieser Rückstufung ist zu unterstreichen, dass im Vergleich zu 1990 die Schweiz inzwischen über 10 Mal mehr Textilien, Bekleidung und Schuhe aus China einführt. Auf Rang 3 finden sich mit einem Anteil von 11 % bzw. 1209 Mio. Fr. die Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie. Hier entfällt rund die Hälfte der Sparte auf die Einfuhr von Uhrenbestandteilen.

Ab dem Jahr 2012 trat eine Änderung im Konzept des Ursprungslandes in Kraft, welche importseitig zum Anstieg einiger Länderergebnisse führte. Namentlich bei China bewirkte dieser Wechsel einen Niveauanstieg der Einfuhren von über 3 Mrd. Fr. (EZV/mc/ps)

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