Castel san Pietro – Medacta bleibt auf Wachstumskurs. Im ersten Semester 2026 hat das Tessiner Orthopädieunternehmen seine eigene Zielsetzung beim Umsatz allerdings nicht ganz erfüllt, den Ausblick für das Gesamtjahr aber dennoch bestätigt.
In den ersten sechs Monaten setzte Medacta 368 Millionen Euro um. Dies entspricht einem Plus von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen hätte das Plus bei 9,7 Prozent gelegen, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht.
Unterschiedliches Sparten-Wachstum
Von den einzelnen Sparten wuchs vor allem das Geschäft mit Extremitätenimplantaten überdurchschnittlich stark (+15,9%). Auch die Bereiche Knie (+10,8%) und Hüfte (+8,1%) verzeichneten ein starkes Wachstum.
Das Wirbelsäulengeschäft wuchs dagegen mit 4,5 Prozent vergleichsweise langsam. Belastet wurde die Sparte durch die laufende Umstellung des Vertriebs in den USA auf ein stärker direktes Vertriebsmodell und Medacta-eigene Vertriebspartner. Das Unternehmen bezeichnete diese Entwicklung als erwartet und verwies darauf, dass der Umbau planmässig verlaufe.
Regional trugen insbesondere Asien-Pazifik (+13,1%) und die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA, +10,0%) zum Wachstum bei. In Nordamerika stieg der Umsatz währungsbereinigt um 6,6 Prozent. Lateinamerika erzielte mit einem Plus von 16,4 Prozent zwar das höchste Wachstum, bleibt für den Konzern jedoch die kleinste Region.
In Nordamerika bremste neben der Vertriebsumstellung im Wirbelsäulengeschäft auch eine Abschwächung der Nachfrage bei bestehenden Kunden im Gelenkgeschäft sowie eine insgesamt verhaltene Entwicklung des US-Marktes das Wachstum aus. Dennoch konnte Medacta den Umsatz mit neu gewonnenen Chirurginnen und Chirurgen weiter steigern.
Ausbau der US-Kapazitäten geplant
Parallel treibt Medacta den Ausbau seiner Produktionskapazitäten voran. Nach dem Fortschritt beim Werksausbau im Tessin hat das Unternehmen im Juli ein Grundstück im US-Bundesstaat Tennessee erworben. Dort soll in den kommenden fünf Jahren in mehreren Etappen eine neue Produktionsstätte entstehen. Das Investitionsvolumen beträgt bis zu 85 Millionen US-Dollar. Mit dem Ausbau will Medacta seine Lieferkette stärken und die operative Präsenz im wichtigen US-Markt weiter ausbauen.
Bei den vorgelegten Zahlen handelt es sich zunächst um vorläufige Angaben, die geprüften werden erst am 9. September publiziert. Für das Gesamtjahr hat das Unternehmen seine bisherige Prognose aber dennoch schon jetzt bekräftigt.
So geht das Unternehmen beim Umsatz im laufenden Jahr von einem Plus zwischen 10 und 14 Prozent aus. Die Betriebsgewinn-Marge soll um etwa 50 Basispunkte über dem 2025er Wert von 27,9 Prozent zu liegen kommen.
Und auch mittelfristig bekräftigt Medacta die bisherige Zielsetzung: Die durchschnittliche Wachstumsrate dürfte bei 12 bis 15 Prozent liegen. Die adjustierte EBITDA-Marge soll schrittweise gegenüber dem 2025er Niveau verbessert werden. (awp/mc/pg)
