Mobilezone mit Rekordumsatz und höherem Gewinn – Investor Ebner steigt aus

Markus Bernhard

Mobilezone-CEO Markus Bernhard. (Foto: Mobilezone)

Regensdorf – Der Handyanbieter Mobilezone hat im Geschäftsjahr 2016 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Beide Geschäftsbereiche – Handel und Service Providing – haben dazu beigetragen. Investor Martin Ebner trennt sich derweil von seiner Mobilezone-Beteiligung.

Der Gruppenumsatz stieg im Berichtsjahr um 27% auf rund 1’088 Mio CHF und damit auf einen Rekordwert, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der EBIT verbesserte sich um 20% auf 48,5 Mio CHF, der Konzerngewinn um 17% auf 36,1 Mio CHF. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäftsjahr», sagte CEO Markus Bernhard denn auch an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Solche Resultate seien nicht selbstverständlich, zumal der Markt sehr hart umkämpft und von einem Verdrängungswettbewerb gezeichnet sei.

Kräftig gewachsen
Im Segment Handel nahm der Umsatz 29% auf 1’012 Mio zu. Dabei betrug der Grosshandelsumsatz 618 Mio nach 422 Mio im Vorjahr. Der EBIT zog um 46% auf 40,6 Mio an. Diese erfreuliche Entwicklung wurde vor allem in Deutschland erzielt. Das Segment umfasst die Aktivitäten im schweizweiten Filialnetz, das Online-Geschäft, das B2B-Geschäft und seit April 2015 die Aktivitäten von einsAmobile in Deutschland.

Während das Marktumfeld im Schweizer Retailgeschäft «anspruchsvoll und herausfordernd» geblieben sei, hätten sich andere Bereiche gut entwickelt. Im Online-Geschäft wie im Grosshandelsgeschäft in Deutschland seien beim Umsatz und Betriebsergebnis Rekordresultate erzielt worden. Dabei habe man nicht zuletzt auch von Einkaufssynergien in der Schweiz und Deutschland profitiert, so der CEO.

Verkaufsshops bleiben wichtig
Ebenso wichtig blieben die Verkaufsshops, meinte Bernhard weiter. Er verwies auf das neue Ladenbaukonzept am POS in der Schweiz und den damit verbundenen Ausbau. Man investiere so viel wie in den letzten Jahren noch nie, sagte er. Die Shop-Anzahl wird nach seiner Einschätzung indes zurückgehen. Mobilezone unterhält derzeit 129 Verkaufsstellen in der Schweiz. Ende 2018 könnten es noch etwa 118 sein.

Im Bereich Service Providing wiederum verbesserte sich der Umsatz um 2,6% auf 75,5 Mio; der EBIT kletterte um 6,6% auf 8,1 Mio. Dieser Bereich beinhaltet die TalkTalk Mobil- und Festnetzangebote sowie das Servicegeschäft in der Schweiz und in Österreich. Die Profitabilität des Schweizer und des österreichischen Reparaturgeschäfts sei im zweiten Halbjahr 2016 «äusserst positiv» verlaufen, obwohl die Auftragsvolumen 2016 um insgesamt 6% abgenommen hätten.

Weiter lagen der Umsatz und der EBIT beim Mobilfunkangebot TalkTalk 2016 leicht unter den Vorjahreszahlen. Der Umsatzanteil der TalkTalk-Mobilkunden beträgt mittlerweile 37,5% nach 17,5% im Vorjahr. Im Bereich Mobiltelefonie konnte die Kundenzahl auf 39’000 (VJ: 32’000) ausgebaut werden.

Der Verwaltungsrat will der Generalversammlung vom 6. April eine unveränderte Dividende von 0,60 CHF je Aktie beantragen.

Einen konkreten Ausblick zum laufenden Jahr gibt das Unternehmen nicht. Man habe im Geschäftsjahr 2016 ein sehr gutes Ergebnis erzielt, heisst es. Das Management zeigt sich derweil davon überzeugt, dass Mobilezone diesen «erfolgreichen Weg» fortsetzen wird. Zusätzliche Omnichannel- und Online-Aktivitäten sollen diesen Weg unterstützen.

Investor Martin Ebner steigt aus
Bekannt wurde am Freitag ausserdem, dass sich Investor Martin Ebner aktuell von seiner Mobilezone-Beteiligung trennt. «Ich habe den Anteil von noch 17% heute Morgen in den Markt gestellt, und der Verkauf läuft gut», bestätigte Ebner am Freitag gegenüber AWP. Nachdem er zeitweise rund 30% an der Gesellschaft besass, habe er vor einiger Zeit begonnen, die Beteiligung abzubauen. Tatsächlich fiel der Anteil laut den Pflichtmitteilungen an die SIX Anfang Februar unter die 25%- und Ende Februar unter die 20%-Marke.

«Die Überlegung hinter dem Verkauf ist, dass wir verstärkt in Wachstumswerte investieren wollen», sagte er weiter. Laut Ebner erhalten neue Mobilezone-Investoren die Titel aktuell zu einem «vernünftigen Kurs». Dieser liegt seiner Meinung nach 10% unter dem fairen Wert.

An der Schweizer Börse notieren die Titel um 13 Uhr derweil mit 14.55 CHF im Vergleich zum Vortag unverändert. (awp/mc/upd/ps)

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