Nestlé wächst zum Jahresstart langsamer

Nestlé-CEO Philipp Navratil. (Foto: Nestlé)

Vevey – Bei Nestlé hat sich das Wachstum zum Start ins Jahr 2026 abgeschwächt. Es fiel im ersten Quartal aber besser aus als erwartet. An seinen Jahreszielen hält der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern fest.

Der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Purina-Tierfutter wuchs in den ersten drei Monaten des Jahres organisch um 3,5 Prozent, wie er am Donnerstag mitteilte. Treiber waren zum grösseren Teil Preiserhöhungen. Das mengenmässige Wachstum (RIG) konnte mit 1,2 Prozent fast ans Vorquartal anknüpfen.

Im Vergleich zu den beiden vergangenen Quartalen mit einem organischen Wachstum von 4,0 und 4,3 Prozent kam es zu einer Abschwächung. Im ersten Quartal bleib Nestlé aber innerhalb des Jahresziels von 3 bis 4 Prozent Wachstum.

Babynahrungs-Rückruf bremste
Gedämpft wurde die Entwicklung durch verschiedene Sondereffekte. Dazu zählen der weltweite Rückruf von Säuglingsnahrung sowie vorgezogene Käufe im Tierfuttergeschäft vor Preiserhöhungen Ende 2025.

Insgesamt erzielte das Unternehmen im ersten Quartal einen leicht tieferen Umsatz von 21,3 Milliarden Franken. Belastend wirkten vor allem negative Währungseffekte. Gewinnzahlen gibt der Konzern im ersten Quartal jeweils nicht bekannt.

Mit den Zahlen übertraf Nestlé die Erwartungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Analysten. Das Mengenwachstum lag deutlich über den Schätzungen.

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal zeigten, dass die Strategie für das organische Wachstum greife, wird CEO Philipp Navratil in der Mitteilung zitiert. In den meisten Regionen und Produktbereichen sei es gut gelaufen, besonders bei Kaffee sowie bei Lebensmitteln und Snacks. Besonders stark war das Wachstum auch in Schwellenländern.

Der seit September amtierende Nestlé-Chef Navratil hat sich mehr Mengenwachstum auf die Fahne geschrieben. Dafür will das Geschäft stärker auf die Wachstumstreiber fokussieren entlang der vier Bereichen Kaffee, Tiernahrung und Nutrition sowie Kulinarikprodukte und Snacks.

Käufer für Kaffeehauskette Blue Bottle gefunden
Für den weiteren Jahresverlauf hält Nestlé an seinen Zielen fest. Der Konzern setzt auf eine schrittweise Verbesserung des Volumenwachstums. Impulse sollen unter anderem von höheren Marketingausgaben, zusätzlichen Kapazitäten und einer stabileren Nachfrage kommen.

Dabei passt Nestlé sein Portfolio weiter an: Der Konzern trennt sich den Angaben zufolge von der US-Premium-Kaffeehauskette Blue Bottle. Er verkauft seine Mehrheitsbeteiligung an den Private-Equity-Investor Centurium Capital Partners. Der Deal soll noch im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. (awp/mc/ps)

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