Orell Füssli im ersten Halbjahr mit geringerem Umsatz und Ergebnis

Martin Buyle

Martin Buyle, CEO Orell Füssli. (Foto: Orell Füssli)

Zürich – Die Industrie- und Handelsgruppe Orell Füssli hat im ersten Halbjahr 2017 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Insbesondere die Sparte Atlantic Zeiser steuerte zum Rückgang bei. Der Buchhandel war rückläufig, habe sich aber besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Im Gesamtjahr wird trotzdem ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe erwartet.

Der Nettoerlös sank um 5,4% auf 131,9 Mio CHF und der EBIT um 59% auf 3,2 Mio. Unter dem Strich resultierte ein um 42% tieferer Reingewinn von 2,9 Mio, wie die Gesellschaft am Montag mitteilte. Exklusive Minderheiten ging das Ergebnis um 35% auf 3,1 Mio zurück.

Bei der Division Atlantic Zeiser waren derweil sowohl Umsatz als auch EBIT rückläufig. Der Nettoerlös fiel um 38% auf 23,6 Mio CHF und der EBIT rutschte mit -1,6 Mio (VJ +1,8 Mio) in die Verlustzone. Zu Beginn des Jahres sei der Auftragsbestand niedrig gewesen. Grössere Aufträge wurden vorwiegend im zweiten Quartal 2017 akquiriert, sodass sich die Umsatzrealisierung schwerpunktmässig ins zweite Halbjahr verschiebe, schreibt das Unternehmen.

Im Geschäftsfeld Banknotenserialisierung konnte nach einem besonders erfolgreichen Jahr 2016 weiterhin ein hoher Auftragseingang realisiert werden, der Nettoerlös des ersten Halbjahres 2017 lag jedoch deutlich unter dem Vorjahr, schreibt Orell Füssli. Auch Kartenpersonalisierung habe sowohl Auftragseingang als auch Auftragsbestand stark erhöht, aber auch hier war der Nettoumsatz unter Vorjahr. Das Segment Verpackung sei auch im ersten Halbjahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Im Sicherheitsdruck konnte der Umsatz (64,0 Mio CHF, +16%) gesteigert werden, während der EBIT (7,8 Mio, -8,2%) zurückging. Der Umsatzanstieg sei vor allem auf einen geänderten Produktemix zurück zu führen, heisst es. Zusätzliches Verkaufspersonal und die Steigerung der Maschinenverfügbarkeit hätten zum EBIT-Rückgang geführt. Für zwei Hauptkunden sei die Herstellung weiterer Denominationen im Rahmen der Emission neuer Banknotenserien in vollem Gange. Im Mai 2017 hatte die Schweizerische Nationalbank die 20-Franken-Note als zweite Denomination der neuen Banknotenserie emittiert. Im Berichtszeitraum sei die Akquisition neuer Schlüsselkunden gelungen.

Negative Marktdynamik im Buchhandel
Im Buchhandel-Joint Venture Orell Füssli Thalia ging der Umsatz um 6,0% auf 39,2 Mio CHF zurück, und der Betriebsverlust erhöhte sich auf 1,8 Mio von zuvor 0,7 Mio. Der Ergebnisrückgang sei hauptsächlich auf den Wegfall von ausserordentlichen Erträgen aus der Restrukturierung des Filialportfolios in Vorjahr zurück zu führen, heisst es weiter. Die Marktdynamik im Schweizer Buchhandel war im ersten Halbjahr weiterhin negativ. Der Gesamtmarkt verlor auf vergleichbarer Basis mehr als 4%, so das Unternehmen. Demgegenüber habe der Rückgang bei Orell Füssli auf vergleichbarer Fläche nur 3% betragen. Das Transformationsprogramm befinde sich nach 18 Monaten Umsetzungszeit weiterhin im Plan.

Die Orell Füssli Verlage erzielten im ersten Halbjahr 2017 einen um 12% höheren Nettoerlös von 5,1 Mio CHF. Das Plus stamme vor allem aus dem Bereich Sachbuch, während Lernmedien, Juristische Medien und Kinderbuch auf Vorjahresniveau lagen.

Ergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres erwartet
Für 2017 erwartet Orell Füssli insgesamt ein Ergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres. Atlantic Zeiser habe im zweiten Halbjahr die Zielsetzung, den Nettoerlös in allen Geschäftsfeldern markant zu steigern und ein deutlich positives Ergebnis zu erwirtschaften, heisst es weiter. Der Sicherheitsdruck werde weiter an der Erhöhung der Produktivität und der Reduktion der Ausschusskosten arbeiten. Unter der Voraussetzung eines ansprechenden Weihnachtsgeschäftes wird im Buchhandel bereinigt um Sondereffekte eine vergleichbare Ergebnissituation wie im Vorjahr erwartet.

Divisionsleiter Atlantic Zeiser verlässt Unternehmen
Zudem meldet das Orell Füssli personelle Veränderungen. Der Atlantic Zeiser Divisionsleiter Manfred Minich verlässt das Unternehmen, wie weiter gemeldet wird. Martin Buyle, CEO Orell Füssli Holding, übernimmt interimistisch die Leitung, bis ein Nachfolger benannt wird. Weiter wird Daniel Broger, bisher Leiter strategische Projekte, mit sofortiger Wirkung zum Mitglied der Geschäftsleitung ernannt und dort für das Ressort Unternehmensentwicklung verantwortlich sein. (awp/mc/upd/ps)

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