Stans – Die Turbulenzen der US-Zölle und der schwache Dollar haben sich 2025 auf die Geschäfte des Stanser Flugzeugbauers Pilatus ausgewirkt. Insgesamt spricht das Unternehmen von einem «soliden Ergebnis».
Pilatus konnte gemäss einer Mitteilung vom Dienstag den Umsatz um 2,4 Prozent von 1,63 auf 1,67 Milliarden Franken erhöhen. Das Betriebsergebnis ging aber um 30,0 Prozent von 243 Millionen Franken auf 170 Millionen Franken zurück.
Pilatus schreibt, dass 2025 von «aussergewöhnlichen Herausforderungen» geprägt gewesen sei. Das Unternehmen nannte dazu die stark schwankenden US-Zölle, der stark sinkende Dollarkurs, gestörte Lieferketten oder Auslierungsstopps.
Nicht in die USA geliefert
So hatte Pilatus wegen den Zöllen vorübergehend nicht mehr in die USA geliefert. Davon betroffen waren die Geschäftsflugzeuge des Stanser Flugzeugbauers.
Lieferte Pilatus 2024 noch 153 Flugzeuge ab, so waren es im letzten Geschäftsjahr 147. Auch wurden weniger neue Maschinen bestellt: Der Bestelleingang ging von 2,19 Milliarden Franken auf 1,87 Milliarden Franken zurück.
Der Bestellbestand erhöhte sich trotzdem von 2,92 Milliarden Franken auf 2,96 Milliarden Franken. Hansueli Loosli, Verwaltungsratspräsident von Pilatus, sagte in einem Interview mit der NZZ vom Dienstag, wer ein Flugzeug bestelle brauche Geduld, «sicher zwei bis drei Jahre». Dies sei aber ein Branchenproblem.
Vom Umsatz entfielen 77 Prozent auf den Bereich Geschäftsflugzeuge und 23 Prozent auf die Sparte Government Aviation. Diese habe»entscheidende Auftrage» der Luftstreikräfte der Niederlande, Frankreichs und Belgiens gewinnen können, hiess es in der Mitteilung.
Wichtigster Markt ist für Pilatus Amerika mit einem Umsatzanteil von über 46 Prozent. Dort baut Pilatus seine Präsenz aus, etwa mit dem Aufbau eines Fertigungswerks in Florida. Auch in Australien und Spanien will der Flugzeugbauer stärker vor Ort präsent sein.
Die Zahl der Angestellten wurden weltweit von 3326 auf 3678 erhöht. von den 352 neuen Vollzeitstellen entfielen 254 auf die Schweiz. (awp/mc/pg)
