Roche-CEO: Schutz von geistigem Eigentum in Indien-Verhandlungen zentral

Severin Schwan, CEO Roche. (© Roche)

Zürich – Severin Schwan, CEO des Pharmakonzerns Roche, stellt bei den Verhandlungen zwischen der Schweiz und Indien über ein Freihandelsabkommen den Schutz des geistigen Eigentums in den Mittelpunkt. «Ich bin Chef eines Unternehmens, das auf Gedeih und Verderb auf Forschung angewiesen ist. Darum mahne ich an, dass die Schweiz der Schutz des geistigen Eigentums in den Mittelpunkt der Verhandlungen mit Indien rückt», sagte Schwan in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» (Ausgabe 29.12.).

Da die Schweiz ausser Wasser über keine nennenswerten Ressourcen verfüge, müsse der Rohstoff Wissen geschützt werden, fügte er an. «Patentschutz ist nicht verhandelbar.»

Fielen die steuerlichen Holdingprivilegien auf Druck der EU weg, was sich kaum mehr verhindern lasse, müssten zur Kompensation für die betroffenen Unternehmen Mittel und Wege gefunden werden, die von der EU akzeptiert würden, so Schwan zu einem weiteren politischen Thema. Dies sei umso wichtiger, als in den letzten Jahren der fiskalische Standortvorteil der Schweiz geschrumpft sei.

Bilaterale Abkommen gefährdet
Zur Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative der SVP meinte der Roche-Chef: Als Österreicher steht es mir nicht zu, den Schweizern Ratschläge zu erteilen. Als CEO von Roche stehe er aber in der Verantwortung, die Konsequenzen für ein Unternehmen wie Roche aufzuzeigen. «Mit der genannten Initiative riskiert die Schweiz, alle bilateralen Abkommen II mit der EU zu Fall zu bringen, also nicht nur die Personenfreizügigkeit. Diese Abkommen sind aber für den Wohlstand des Landes von grösster Bedeutung. Hier in Basel ist die Hälfte aller Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung Ausländer.»

Auf die Frage, ob der Bereich Stoffwechselerkrankungen nach verschiedenen Flops in der klinischen Phase III zur Disposition stehe, erklärte Schwan: «Diese Rückschläge führten zu einer natürlichen Umschichtung des Portfolios, da wir nun im Bereich Metabolismus kein Phase-III-Projekt mehr haben. Dazu kommt, dass wir für das eine oder andere frühe Projekt Auslizenzierungen prüfen. Auf den Gebieten Onkologie, Immunologie, zentrales Nervensystem und Infektionskrankheiten bauen wir in Basel und Schlieren aber aus, da die frei werdenden Mittel dort eingesetzt werden.» (awp/mc/ps)

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