Roche-Management «sehr optimistisch» für 2015

Roche-CEO Severin Schwan. (Foto: Roche)

Basel – Das Roche-Management hebt die Prognose für 2015 zwar nicht an, das Signal ist aber dennoch klar positiv: Man werde am oberen Ende der ausgegebenen Spanne abschneiden, kündigt Roche-CEO Severin Schwan am Donnerstag anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen an.

«Wir haben in der Tat eine Prognoseanhebung im Management diskutiert, haben uns dann aber darauf geeinigt, dass wir für das laufenden Geschäftsjahr sehr optimistisch sind», erklärt Schwan. Der Konzern stellt für 2015 eine Umsatzsteigerung ohne Währungseinflüsse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Der Gewinn je Aktie dürfte schneller wachsen.

Und auch mit Blick auf die Produktpipeline klingt die Führungsriege des Pharma-Konzerns sehr zuversichtlich. Hört man Schwan und seinem Pharma COO Daniel O’Day zu, bekommt man schnell den Eindruck, dass Roche spannende Zeiten bevorstehenden. Die Schlagworte für die Zukunft heissen Multiple Sklerose, Immuntherapie, Kombinationstherapien und Alzheimer.

Warten auf Daten zu MS-Mittel
Nachrichten zum MS-Mittel Ocrelizumab versprechen CEO Schwan und Pharma-Chef O’Day für Oktober. Dann werden die Daten aus der jüngsten Studienreihe in Barcelona veröffentlicht. «Daher können wir im Moment nicht mehr sagen oder nur so viel: Wir freuen uns ganz enorm auf dieses Ereignis,» so Schwan.

Ein weiteres grosses Thema ist auch weiter das Geschäft Immuntherapie. «Vor allem mit Atezolizumab haben wir bei Blasen- und Lungenkrebs grosse Fortschritte erzielt», sagt Pharma-Chef O’Day. Wichtige Daten hierzu würden im dritten Quartal veröffentlicht. Neben diesen beiden Indikationen wird das Molekül noch für weitere Krebsbehandlungen getestet. Hier hebt Schwan vor allem die positiven Ergebnisse von Atezolizumab und Chemotherapie bei der Behandlung von dreifach negativem Brustkrebs hervor. Ziel sei es, hier nach Möglichkeit gleich schon in der Erstlinienbehandlung erfolgreich zu sein.

Grosses Potenzial durch Kombinationstherapien
Überhaupt erwarten die Manager, dass sich durch die Kombination von verschiedenen Therapien neue Marktpotenziale ergeben könnten. Dabei seien verschiedenste Ansätze möglich, in denen beispielsweise die klassische Krebsbekämpfung mit den neuen Immuntherapien ergänzt werde, oder eben eine Mischung aus Immun- und Chemotherapie. «Die Krebsforschung wird sich in der nächsten Dekade weitreichend verändern», zeigt sich der Pharma-COO überzeugt. Dazu werde die Immunforschung einen beachtlichen Beitrag leisten.

Die Fortschritte in der Immuntherapie sind für Roche aber auch noch aus einem anderen Grund so wichtig: Mit Innovation will sich der Konzern dem absehbaren Druck durch Biosimilars für seine wichtigen Mittel entziehen. Eigene Innvotionen seien die beste Methode gegen Nachahmerprodukte, sagt Schwan. Die Zahl der derzeit in Studien befindlichen Medikamente spreche dafür: Aktuell seien es mehr als 40.

Alzheimer rückt wieder in den Fokus
Aufhorchen lässt Roche aber auch auf einem Gebiet, das nach enttäuschenden Daten schon abgeschrieben schien: Alzheimer. So wird der Wirkstoff Crenezumab in die Phase III der klinischen Entwicklung überführt. Bei dem zweiten Wirkstoff, Gantenerumab, prüft Roche Behandlungsstrategien mit höheren Dosierungen. Auf die Frage, warum sich Roche des Themas doch wieder angenommen hat, gibt O’Day eine schlichte Antwort: «Alzheimer wird die globale Krise der Zukunft werden.»

Angestammte Krebsmittel tragen zu Umsatzplus bei
Neben diesen ganzen neuen Feldern, deren Nachrichtenfluss vor allem im weiteren Verlauf den Kurs bestimmen sollte, kann Roche in den angestammten Geschäftsfeldern auf ein erfolgreiches ersten Halbjahr zurückschauen. So haben vor allem die Krebsmittel dem Konzern zu einem Umsatzplus verholfen.

Insgesamt setzte Roche im Semester 23,59 Mrd CHF um – ein Plus von 3% und in konstanten Wechselkursen sogar von 6%. Den negativen Wechselkurseffekt auf den Umsatz beziffert Roche auf 3%. Der Kern-Betriebsgewinn verminderte sich in Franken gerechnet um 2% auf 9,24 Mrd, zu konstanten Wechselkursen (kWk) resultierte hier ein Plus von 2%. Unter Ausklammerung des einmaligen Ertrags aus der Rückveräusserung der Franchiserechte an Filgrastim im Jahr 2014 stieg der Kernbetriebsgewinn zu konstanten Wechselkursen um 7%.

«Wachstumsträger der Pharmasparte waren erneut die Krebsmedikamente Herceptin, Perjeta und Kadcyla sowie Avastin,» sagt Schwan. Besonderes Augenmerk verdient aber auch Esbriet. Die Umsätze mit dem Mittel zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose hätten mit 229 Mio die Erwartungen deutlich übertroffen.

Das zweite Geschäftsfeld von Roche, Diagnostics, steigerte die Verkäufe um 2% auf 5,24, Mrd (+7% zu kWk). (awp/mc/pg)

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