Schaffner: Reinergebnis knapp positiv

Alexander Hagemann

Alexander Hagemann wird neuer CEO bei Cicor. (Foto: Schaffner)

Schaffner-CEO Alexander Hagemann.

Luterbach – Der Komponentenhersteller Schaffner hat im ersten Halbjahr 2011/12 (per 31.03.) einen deutlichen Rückgang des Umsatzes verzeichnet, entsprechend der bereits im Januar erfolgten Ankündigung. Massiv eingebrochen sind auch die Gewinnziffern, das Reinergebnis war nur noch knapp positiv. Das Unternehmen sieht allerdings die Talsohle durchschritten und verzeichnet wieder steigende Auftragseingänge.

Der Umsatz fiel um knapp 18% auf 81,0 Mio CHF zurück. In Lokalwährungen ergab sich ein Minus von knapp 14%. Bereinigt um den Umsatzbeitrag von 7,7 Mio von der erstmals konsolidierten MTC LLC lag der Rückgang bei gut 25%, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Der EBIT fiel um rund 84% auf 1,4 Mio CHF zurück und die EBIT-Marge auf noch 1,7 von 9,1%. Das Reinergebnis sackte um über 95% auf 0,26 Mio ab. Der Gewinnrückgang sei auch durch die «konsequente» Anpassung der Produktionskapazitäten an die Nachfrage und der Senkung der Fixkosten nicht zu vermeiden gewesen.

Talsohle durchschritten
Damit hat Schaffner die Erwartungen der Analysten mit dem Umsatz knapp erreicht und mit den Gewinnziffern leicht übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 81,7 Mio CHF, für den EBIT bei 0,8 Mio und für den Reingewinn bei 0,1 Mio.

Im ersten Quartal sei die Talsohle durchschritten worden und der Auftragseingang habe im zweiten Quartal zugelegt. Das Verhältnis neuer Aufträge zum Umsatz habe im ersten Semester in allen drei Divisionen über 1 gelegen und erreichte für die Gruppe einen Wert von 1,10. Es habe zum einen ein neuer Lagerzyklus eingesetzt, insbesondere die Elektronikdistributoren würden wieder in höhere Lagerbestände investieren. Zum anderen sei auch die Nachfrage nach Produkten für Photovoltaikanwendungen und für die Bahntechnik wieder zunehmend.

MTC-Integration erfolgreich abgeschlossen
Die Integration der im vergangenen September übernommenen amerikanischen Schaffner MTC LLC in die Division Power Magnetics sei erfolgreich abgeschlossen worden. Mit einem Umsatz von 7,7 Mio CHF und einer EBITDA-Marge im oberen einstelligen Bereich habe das Unternehmen die Erwartungen erfüllt. Der grösste Markt bleibt mit einem Umsatzanteil im ersten Semester von 49% Europa. Der Anteil Nordamerikas hat sich nach der Erstkonsolidierung von Schaffner MTC auf 17% mehr als verdoppelt. 34% trug die Region Asien/Pazifik zu den Verkäufen bei, wovon knapp 19% China.

Division EMC mit gut 25% tieferem Umsatz
Den Umsatzanteil der strategischen Wachstumsmärkte beziffert Schaffner auf 63%. Der Anteil des Marktes erneuerbare Energien ging auf 15 von 20% zurück, während sich der Anteil der Bahntechnik auf 11 von 17% reduzierte. Der Umsatzanteil aus dem Markt für effiziente Antriebssysteme stieg dagegen auf 23 von 19% und der Beitrag aus der Automobilelektronik auf 14 von 8%. Die grösste Division EMC verzeichnete einen Umsatz von 50,2 Mio, entsprechend einem Rückgang in Lokalwährungen auf vergleichbarer Basis von gut 25%. Der Umsatz im entsprechenden Vorjahressemester war noch von den Auswirkungen der Absenkung der Einspeisevergütung in Deutschland und somit von starken Verkäufen im Bereich Photovoltaik geprägt.

Die Division Power Magnetics steuerte 20,0 Mio zum Umsatz bei, wobei hier die 7,7 Mio der akquirierten MTC enthalten sind. Auf vergleichbarer Basis und in Lokalwährungen fiel der Umsatz um rund einen Drittel. Dagegen kletterte der Umsatz der Division Automotive um gut 27% auf 10,7 Mio, in Lokalwährungen gar um über 34%.

Neue Kreditvereinbarung mit Banken
Mit den vier Hausbanken sei eine neue Kreditvereinbarung über ein Gesamtvolumen von 50 Mio CHF mit einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen worden. Die Konditionen seien im Wesentlichen unverändert. Im Verwaltungsrat kommt es zu einem Abgang. Hans Hess, Vizepräsident des Gremiums, wird sich nach Ablauf seiner Amtszeit an der kommenden GV aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellen.

Aussichten verbessert
Für das Gesamtjahr stellt Schaffner einen Umsatz zwischen 170 und 180 Mio CHF in Aussicht sowie eine EBIT-Marge zwischen 4 und 6%, dies unter der Voraussetzung einer anhaltenden Nachfragedynamik und einer stabilen Entwicklung der wichtigsten Währungen. Aufgrund der guten Entwicklungen der Auftragseingänge im ersten Semester dürfte der Umsatz im zweiten Halbjahr 2011/12 die Vergleichswerte des ersten Semesters und der Vorjahresperiode in allen Divisionen übertreffen. Damit hat Schaffner den Ausblick vom vergangenen März in etwa bestätigt.

Die Aussichten hätten sich in allen Divisionen verbessert, heisst es weiter. Wesentliche Produktneuanläufe würden ab dem Sommer 2012 zu einem weiteren Umsatzschub der Division Automotive führen und die Kosten sollen weiter gesenkt werden. Nachdem bereits im zweiten Quartal alle Divisionen einen positiven Beitrag zum Ergebnis geliefert hätten, sei auch für das Gesamtjahr mit einem Gewinn in allen Divisionen zu rechnen. (awp/mc/upd/ps)

 

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