Bern – Die Schweizer Exporte sind im Juni deutlich zurückgegangen. Das Minus ergab sich bei einer breiten Güterpalette. Allen voran waren aber die chemisch-pharmazeutischen Produkte davon betroffen, welche zuletzt den Export getragen hatten. Dem allgemeinen Abwärtssog entzogen sich nur die Sparten Uhren sowie Fahrzeuge.
Insgesamt fielen die Schweizer Exporte im Juni 2026 saisonbereinigt zum Vormonat nominal um 4,3 Prozent auf 24,3 Milliarden Franken zurück, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) am Dienstag mitteilte. Real – also um Preisveränderungen bereinigt – resultierte gar ein Minus von 6,0 Prozent.
Dank der starken Vormonate blieb das Bild über das gesamte zweite Quartal gesehen einigermassen positiv. Mit 73,2 Milliarden Franken erreichten die Exporte niveaumässig das dritthöchste Ergebnis der Geschichte.
Die Exporte weiteten sich dabei im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 8,8 Prozent aus, real (+0,6%) blieb die Entwicklung hingegen verhalten. Laut dem BAZG hat damit zwar die Negativserie der vergangenen vier Quartale geendet, die Exporte schwächeln trendmässig aber weiterhin.
Sechs der zehn wichtigsten Warengruppen hätten im zweiten Quartal 2026 einen Anstieg aufgewiesen. Die umsatzstärkste Warengruppe, die chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse, verzeichnete dabei ein Plus von 15,2 Prozent. Auffällig zugelegt haben laut BAZG auch die Exporte von Elektrischem Strom.
Erwähnenswert sei zudem das Plus des Sektors Maschinen, Elektronik und Apparate, wogegen die Exporte von Uhren leicht zurückgingen (-1,1%).
Exporte in die USA stark im Plus
Aus regionaler Sicht war das Bild sehr unterschiedlich. Die Exporte nach Nordamerika und dabei vor allem in die USA zogen im zweiten Quartal um mehr als ein Fünftel an.
Für die Exporte nach Asien ergab sich eine Zunahme um 6,8 Prozent, während die Ausfuhren nach Europa mit einem Plus von 0,3 Prozent praktisch stagnierten. Hohen Mehrexporten nach Belgien, Deutschland und Frankreich standen spürbare Rückgange nach Slowenien, Italien und Österreich gegenüber.
Die gesamten Importe nahmen derweil im Berichtsmonat um 3,3 Prozent auf 20,5 Milliarden Franken zu, real ergab sich hingegen ein Minus von 1,6 Prozent. Die chemisch-pharmazeutischen Produkte haben dabei im zweiten aufeinanderfolgenden Monat einen zweistelligen Zuwachs verzeichnet.
Der Überschuss in der Handelsbilanz betrug in der Folge 3,8 Milliarden. Im gesamten zweiten Quartal ergab sich ein Handelsbilanzüberschuss von 13,9 Milliarden Franken. Im Vorjahresquartal waren es noch 15,8 Milliarden gewesen. (awp/mc/ps)
