Volatile Pharmabranche lässt Schweizer Exporte im Mai hochschnellen

Bern – Die Schweizer Exporte sind im Mai zweistellig hochgeschossen. Grösster Treiber waren dabei pharmazeutische Produkte, doch auch bei den Ausfuhren von Maschinen, Elektronik und Apparaten gab es ein Plus.

Die Schweizer Exporte stiegen im Mai 2026 saisonbereinigt zum Vormonat nominal um 13,4 Prozent auf 25,4 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) am Donnerstag mitteilte. Real – also um Preisveränderungen bereinigt – resultierte ein Plus von 5 Prozent.

Im ersten Quartal waren die Ausfuhren auf den tiefsten Wert seit dem dritten Quartal 2021 gesunken. Im Vormonat hatten sie dann stagniert.

Getrieben wurde das starke Wachstum von den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen, welche mit Abstand das wichtigste Exportgut der Schweiz sind. Die Exporte der Sparte, welche gut die Hälfte des gesamten Handelsvolumens ausmachten, legten um mehr als 25 Prozent auf 13,9 Milliarden Franken zu.

Die Volatilität bei den Pharmaexporten kommt vor allem von grossen, unregelmässigen Lieferungen und Lagerbewegungen, welche die Monatszahlen stark verzerren können. So verzeichneten etwa die pharmazeutischen Grundstoffe ein Plus von 121,7 Prozent, nach einem Minus von fast fünfzig Prozent im April.

USA und Europa stark im Plus
Neben Chemie und Pharma vermochten auch die Sparten Bijouterie und Juwelierwaren (+14,7 Prozent) und Strom (+18,7 Prozent) die Ausfuhren stark zu steigern.

Ebenfalls positiv entwickelten sich aber auch die Exporte von Maschinen, Elektronik und Apparaten. Diese stiegen um 1,2 Prozent auf 4,5 Milliarden Franken.

Aus regionaler Sicht war das Bild gemischt. Die Exporte nach Europa stiegen um 18,5 Prozent und jene nach Nordamerika um 10,3 Prozent. Die Ausfuhren nach Asien (+0,2 Prozent) stagnierten hingegen.

Hoher Handelsbilanz-Überschuss
Die gesamten Importe nahmen derweil im Berichtsmonat um 3,4 Prozent auf 19,8 Milliarden Franken zu (real +0,2). Auch bei den Importen spielen die volatilen chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse eine grosse Rolle.

Zwar machen sie anders als bei den Exporten «nur» ein Drittel der Handelsvolumens aus, sind aber dennoch die mit Abstand wichtigste Produktgruppe. Im Mai legte die Sparte um 11,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Franken zu. Im Vormonat hatte ein Minus von 16 Prozent resultiert.

Regional zeigt sich auch bei den Importen ein ähnlich gemischtes Bild wie bei den Exporten. Während die Einfuhren aus Europa (+5,9 Prozent) und Nordamerika (+11,2 Prozent) zulegten, gingen jene aus Asien zurück (-2,6 Prozent).

Unter dem Strich betrug Überschuss in der Handelsbilanz der Schweiz rund 5,6 Milliarden Franken. Dies sei der höchste Überschuss seit zwölf Monaten, so das BAZG. (awp/mc/ps)

BAZG

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