Biel – Im Monat Mai sind die Schweizer Uhrenexporte leicht angestiegen. Damit hat sich die Lage stabilisiert, nachdem die Ausfuhren im April aufgrund der Entwicklungen infolge der US-Zollpolitik eingebrochen waren.
Im Mai stiegen die Uhrenexporte zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent auf 2,11 Milliarden Franken, wie der Uhrenverband FH am Donnerstag mitteilte. Im April waren sie noch um knapp 17 Prozent geschrumpft. In den ersten fünf Monaten des Jahres beträgt das Minus nun 3,1 Prozent.
Stabilisierung in den USA
Ausschlaggebend für die Bewegungen in der Uhrenexportstatistik sind primär die Entwicklungen im grössten Absatzmarkt USA. Im Mai kletterten die Ausfuhren dorthin um 12 Prozent. Im April waren sie dagegen, ausgehend von der sehr hohen Vorjahresbasis, um 56,4 Prozent geschrumpft.
Der April-Einschnitt war auf die Zollpolitik der US-Regierung zurückzuführen. Aus Sorge vor hohen US-Zöllen hatten die Hersteller im April 2025 Uhren im grossen Stil in die US-Lager ausgeliefert. Sie exportierten damit ihre Produkte vorerst noch ohne Strafzölle nach Amerika.
Stark gestiegen sind die Mai-Ausfuhren nach Grossbritannien (+25 Prozent) und Frankreich (+57 Prozent). Frankreich ist so zum zweitgrössten Absatzmarkt aufgestiegen, auch weil sich das Land als Logistikdrehscheibe etabliert habe, so der Verband. Die USA hatten die EU anfänglich mit tieferen Zöllen belegt.
Volatile Entwicklung in China
Im ehemals grössten Markt für Schweizer Uhren, China, bleibt die Lage volatil. Im Mai fielen die Exporte ins «Reich der Mitte» um 21 Prozent zurück. Immerhin hält sich das Minus nach den ersten fünf Monaten (-2,2 Prozent) trotz dieses Einschnitts in Grenzen.
Rückläufige Entwicklungen waren im Mai auch in anderen asiatischen Märkten wie Japan (-3,5 Prozent) oder Singapur (-6,9 Prozent) auszumachen. Dagegen hätten sich in Hongkong (+3,4 Prozent) die Anzeichen einer Erholung weiter verdichtet.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibt derweil für das Geschäft mit Uhren im Nahen Osten weiterhin eine Belastung. Die Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate sanken im Mai um knapp 14 Prozent und nach Saudi-Arabien um 5,9 Prozent. Bereits im April waren sie rückläufig. (awp/mc/ps)
