SFS steigert im ersten Semester Umsatz

Heerbrugg – Die SFS Group ist im ersten Halbjahr 2017 durch die konsolidierten Zukäufe und auch organisch gewachsen. Alle drei Geschäftsbereiche trugen zum Umsatzanstieg bei, während die Profitabilität vor allem im Segment Fastening Systems gesteigert wurde. An der Börse schreitet man zu Gewinnmitnahmen.

Der Bruttoumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13% auf 778,6 Mio CHF. Davon stammt ein Plus von 7,4% aus dem organischen Wachstum, während die erstmalige Konsolidierung von Tegra Medical und Ncase 6,9% beisteuerten. Der EBITA stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 18% auf 110,5 Mio CHF und erreichte damit eine Marge von 14,2% (VJ 13,6%). Der EBIT legte um 19% auf 75,6 Mio zu, was zu einer Margenverbesserung auf 9,7% (VJ 9,2%) führte. Unter dem Strich resultierte ein um 21% höherer Reingewinn von 56,9 Mio.

«Das war das beste erste Semester in den vergangenen fünf Jahren», betonte CEO Jens Breu an einer Telefonkonferenz am Freitag. Das Marktsegment Elektronik sei wieder auf Wachstumskurs und die Investitionen in China würden Produktivität und Marktpositionierung stärken. Im Marktsegment Industrie erwartet Breu eine weitere Expansion oder die Verteidigung der Marktposition. Hier wurden Markt- und Projekterfolge bei Nischenprodukten verbucht.

Wachstum in allen Segmenten
Die Basis für das Wachstum hätten neue Produkte, Skaleneffekte und Verbesserungen entlang der Wertschöpfungskette gebildet: Die Investitionen stiegen um 60% auf 48,3 Mio CHF. Mit der Erweiterungen der Infrastruktur und der Produktionsanlagen werde die Grundlage für zukünftiges Wachstum geschaffen.

Das Segment Engineered Components legte beim Umsatz um 20% auf 428,2 Mio CHF zu, wovon 12% auf die Zukäufe entfielen. Die EBITA-Marge blieb mit 19,7% (VJ 19,9%) knapp stabil. Zu diesem positiven Ergebnis hätten neben der guten Auslastung auch die zahlreichen Anstrengungen zur Steigerung der Produktivität beigetragen, schreibt SFS.

Bei Fastening Systems hätten die relevanten Absatzmärkte ein gutes Momentum gezeigt. Der Umsatz wuchs hier um 7,6% auf 190,2 Mio CHF und die EBITA-Marge verbesserte sich auf 9,4% (VJ 8,6%).

Distribution & Logistics (SFS unimarket) habe vom verbesserten wirtschaftlichen Umfeld profitiert und Neukunden akquiriert, heisst es weiter. Der Umsatz stieg leicht um 2,4% auf 160,2 Mio. Die Marge sank auf 7,0% (VJ 8,0%), bereinigt um den Gewinn aus einem Liegenschaftsverkauf im Vorjahr blieb sie jedoch stabil.

Guidance bestätigt
Das Management geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung von Umsatz und Ertrag im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Aufgrund des höheren Basiseffekts gegenüber dem zweiten Semester 2016 werde sich die Dynamik jedoch etwas abschwächen. Die bisherige Guidance mit einem erwartetem Umsatzwachstum von 8 bis 10% und einer EBITA-Marge in der oberen Hälfte der Bandbreite von 14,2 bis 15,2% wird bestätigt.

Neue Rechnungslegung
Mit der Jahresrechnung 2017 wird SFS zudem auf den Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER wechseln. Dieser sei für die SFS Group zweckmässiger als IFRS. Insbesondere die Schwankungen durch IAS 19r (Leistungen an Arbeitnehmer) würden eliminiert. Die Umstellung werde das Eigenkapital um 876 Mio und die Bilanzsumme um 978 Mio reduzieren, heisst es weiter.

Mit dem Semesterausweis hat SFS die Markterwartungen beim Umsatz leicht übertroffen, auf der Ergebnisseite jedoch zumeist leicht unterschritten. Der Tenor der Analysten ist jedoch vorwiegend positiv.

An der Börse jedoch gehen die SFS-Papiere auf Tauchgang und notieren zum Schluss 4,0% tiefer auf 109,90 CHF (SPI -1,0%). Zeitweise betrug das Minus bis zu 7%. Die Titel hatten im Juni bei 119 CHF ein Allzeithoch markiert und angesichts der Jahresperformance von immer noch über 30% ist das Kursminus aber offenbar vor allem Gewinnmitnahmen geschuldet. (awp/mc/pg)

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