Sika leidet unter starkem Franken und China

Thomas Hasler

Sika-CEO Thomas Hasler. (Foto: Sika/mc)

Baar – Der Bauzulieferer Sika musste im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Gebremst haben der schwache chinesische Baumarkt, der Shutdown in den USA sowie der starke Franken. Nun wollen die Innerschweizer wieder wachsen und profitabler werden.

«Der chinesische Wohnungsmarkt ist innert zwei Jahren um 45 Prozent eingebrochen», illustrierte Firmenchef Thomas Hasler am Freitag vor den Medien das Problem. Der Umsatzanteil, den Sika im Reich der Mitte erwirtschaftet, ist mit rund 10 Prozent nicht gering.

Der von Sika ausgewiesene Umsatz sank um 4,8 Prozent auf 11,2 Milliarden Franken. Den Effekt des starken Franken ausgerechnet hätte ein kleines Plus von 0,6 Prozent resultiert – aber nur dank Akquisitionen (+1 Prozent). Daraus lässt sich errechnen, dass Sika organisch um 0,4 Prozent geschrumpft ist.

«Der für Sika relevante Markt ist im Vergleich dazu um 2,5 Prozent zurückgegangen», ordnete Firmenchef Thomas Hasler das Geleistete ein. Mit anderen Worten: Sika hat seinen Konkurrenten Marktanteile abgejagt. «Und das in allen Regionen», sagte er.

Effizienzprogramm kostet Geld
Sika hatte bereits vergangenen Herbst die Reissleine gezogen und mit einem Effizienzprogramm reagiert. Weltweit werden bis zu 1500 Arbeitsplätze abgebaut, ein grosser Teil davon in China. Das Programm «Fast Forward» soll unter anderem bis 2028 jährliche Einsparungen von 150 bis 200 Millionen Franken einspielen.

Das kostet aber auch: Sika verbuchte Einmalkosten von 108 Millionen Franken. Die Gewinnzahlen sanken daher noch deutlicher als der Umsatz.

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA etwa sank um 9,0 Prozent auf 2,06 Milliarden Franken und die entsprechende Marge ging um fast einen Prozentpunkt auf 18,4 Prozent zurück. Unter dem Strich sank der Reingewinn um 16,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken.

Die Dividende soll dennoch um 10 Rappen auf 3,70 Franken je Aktie steigen, finanziert aus einem sehr starken operativen Cash Flow.

Talsohle erreicht?
Auch für 2026 rechet Sika mit verhaltenen Marktbedingungen und einem tief einstellig schrumpfenden Markt. In diesem Umfeld will Sika den in Lokalwährungen gerechneten Umsatz um 1 bis 4 Prozent steigern. Die EBITDA-Marge soll auf 19,5 bis 20,0 Prozent steigen.

Gleichzeitig denkt Hasler, dass die Talsohle wohl erreicht ist. «Das ist ein zutreffender Begriff, wir dürften am Tiefpunkt sein», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. «Wir sehen die Chancen auf einen Aufschwung im zweiten Halbjahr 2026.»

Der chinesische Wohnungsmarkt dürfte aber noch länger im Tief verharren. «Es fehlt nicht am Kapital, sondern an der Zuversicht, sich eine Wohnung zu kaufen», sagte er zu AWP. Daran werde sich wohl auch 2026 nichts verändern. «Unsere China-Organisation ist aber der Meinung, dass es ab 2027 aufwärtsgehen dürfte», sagte Hasler zu AWP.

Gleichzeitig boomt das attraktive Geschäft mit Datenzentren weiter: «Wir sind aktuell in rund 400 Projekten drin», sagte Hasler. Und was die Bremswirkung des längsten Shutdown der US-Regierung angeht, der Ende 2025 viele Bauvorhaben ausbremste: «Diese Projekte wurden ja nur verzögert, aber nicht verhindert». (awp/mc/pg)

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