Sika übertrifft die Erwartungen

Jan Jenisch

Jan Jenisch, ehemaliger Sika-CEO. (Foto: Sika)

Sika-CEO Jan Jenisch. (Foto: Sika)

Baar – Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika hat im Geschäftsjahr 2014 den Umsatz deutlich und in allen Regionen gesteigert. Damit wurden die konzerneigenen sowie die Markterwartungen übertroffen. In der Folge hat das Management die Guidance 2014 für das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT erhöht. Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel zu Saint-Gobain wurden nicht vermeldet. An der Börse gewinnen die Sika-Papiere stark an Wert.

Der Konzernumsatz stieg 2014 um 13% auf 5,57 Mrd CHF, womit die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) leicht übertroffen wurden. In Schweizer Franken gerechnet legten die Verkäufe um 8,3% zu. Alle Regionen hätten zum Wachstum beigetragen und neue Umsatzrekorde erzielt, wie Sika am Dienstag mitteilte. Das Wachstum in den Schwellenländern betrug rund 15% nach 17,2% im Vorjahr.

Wachstumsziele übertroffen
«Wir haben sowohl im letzten Quartal 2014 als auch über das ganze Geschäftsjahr unsere Wachstumsziele übertroffen», wird Konzernchef Jan Jenisch in der Mitteilung zitiert. An einer Telefonkonferenz vom Dienstag zeigte er sich «extrem zufrieden» mit dem Resultat. Die Margen würden sich überdurchschnittlich nach oben bewegen und zugleich habe man die Kosten im Griff. Bei der Umsetzung der Ziele im Rahmen der «Strategie 2018» sei man dem Plan voraus.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern neu mit einem Betriebsergebnis auf Stufe EBIT von über 600 Mio CHF, was gegenüber 2013 einer Steigerung um über 14% entsprechen würde. Bislang wurde ein Plus von 8 bis 12% in Aussicht gestellt. Das vollständige Zahlenset wird am 27. Februar veröffentlicht.

Saint-Gobain soll «aggressives Vorgehen» unterlassen
Aufgrund der Causa «Saint-Gobain» traten die Zahlen allerdings für einmal in den Hintergrund. «Ich würde es sehr begrüssen, wenn Saint-Gobain endlich mal mit uns reden würde und das bislang aggressive Vorgehen unterlässt», machte Jenisch seinem Ärger Luft. Es könne doch nicht sein, dass gestandene Industriepersönlichkeiten wie Paul Hälg, Monika Ribar und Daniel Sauter wie ungezogene Kinder einfach vor die Tür gestellt und noch juristisch beschuldigt würden, irgendetwas zu verschleppen, führte er gegenüber AWP aus.

Unhaltbare Zustände
Vor dem Hintergrund einer fairen Corporate Governance seien dies «unhaltbare Zustände». «Wir bemühen uns aber um ein Gespräch und ich gehe davon aus, dass wir uns in der nächsten Zukunft mit Saint-Gobain treffen werden.» Wie gross die Chancen sind, dass er mit den eigenen Vorschlägen bei der Saint-Gobain-Führung Erfolg haben wird, könne er nicht abschätzen. «Der Fall ist aber relativ klar: Wenn man die Sika-Wachstumsstrategie wertschätzt und fortführen will, dann muss man unsere Vorschläge ernst nehmen.»

Angesichts der Vielzahl von Unsicherheiten sei es sehr schwierig, überhaupt einen Ausblick zu formulieren, entgegnete Jenisch auf eine Frage, ob die neue EBIT-Guidance von über 600 Mio CHF für 2014 nicht ein wenig zu konservativ sei.

Analysten angetan
Analysten äussern sich durch die Bank positiv zum Resultat, Kepler Cheuvreux empfiehlt die Titel in der Folge neu zum Kauf. Die starken Zahlen könnten den Streit um die Kontrollmehrheit bei Sika noch anfachen, merkte dabei die IG Bank an. Beide Seiten können sich in ihrer Position nämlich bestätigt sehen: Das Management habe gegenüber den Aktionären bewiesen, dass das Wachstum intakt bleibt und die Strategie aufgeht. Aber auch die Motivation von Saint-Gobain, das Unternehmen zu übernehmen, dürfte damit wachsen. (awp/mc/pg)

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