Straumann nach erstem Semester auf Kurs – CEO Daniellot tritt zurück

Straumann-CEO Guillaume Daniellot tritt zurück. (Foto: Straumann)

Basel – Straumann ist in den ersten sechs Monaten deutlich gewachsen. Gut lief das Geschäft dabei vor allem in den Regionen EMEA und Nordamerika. Das Management sieht sich auf gutem Weg, die eigenen Ziele für das Gesamtjahr zu erfüllen. Für Überraschung sorgt derweil der angekündigte Chef-Wechsel.

Den Umsatz beziffert der Zahnimplantatehersteller in einem Communiqué vom Mittwoch auf 1,38 Milliarden Franken, ein Plus von 2,3 Prozent. Organisch, also ohne Akquisitionen und Währungseffekte, betrug das Wachstum 7,8 Prozent (VJ 10,2%).

Alle Regionen wachsen
Nach wie vor entwickeln sich die einzelnen Regionen sehr unterschiedlich: So legten die Umsätze in der wichtigsten Region Europa, Naher Osten & Afrika nach sechs Monaten organisch um 8,2 Prozent auf gut 573 Millionen zu. In Nordamerika kletterten die Einnahmen um 8,1 Prozent während Straumann in Asien um 4,2 Prozent und in Lateinamerika gar zweistellig um 15,4 Prozent wuchs.

Vor allem die USA und China standen zuletzt verstärkt im Fokus. In den USA sei die Konsumentenstimmung zwar weiter vorsichtig, der Patientenzulauf aber stabil. «Die Region entwickelte sich weiterhin besser als der zugrunde liegende Implantologiemarkt», heisst es dazu.

In China wartet Straumann weiterhin auf die nächste Preisreform (VBP 2.0). Diese könnte nun möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte beginnen und bereits zu Beginn des Jahres 2027 operativ umgesetzt werden.

Der Betriebsgewinn (EBIT) verbesserte sich auf 351 Millionen Franken von 330 Millionen. Unter dem Strich stieg der Reingewinn auf 251 Millionen (VJ 238Mio).

Der vom Straumann-Management in den Vordergrundgrund gestellte operative Kerngewinn ging dagegen leicht auf 355 Millionen Franken zurück (VJ 358 Mio). Die entsprechende Marge lag damit bei 25,7 Prozent nach 26,6 Prozent in der Vorjahresperiode. Das Kernergebnis klammert gewisse Sonderposten aus.

Insgesamt hat Straumann etwas über den Erwartungen der Analysten abgeschnitten.

Ausblick bestätigt
Für das laufende Jahr hatte Straumann bereits im Juni die Margenprognose angehoben. So soll sich die Kern-EBIT-Marge 2026 um 140 bis 170 Basispunkte verbessern. Für den Umsatz peilt Straumann unverändert ein organisches Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an.

Christopher Norbye wird neuer CEO
Für Gesprächsstoff sorgt derweil die neue CEO-Besetzung. Straumann hat Christopher Norbye per 1. Dezember 2026 zum neuen operativen Leiter ernannt. Er folgt auf Guillaume Daniellot, der nach fast 20 Jahren im Unternehmen und sieben Jahren als CEO zurücktritt. Der neue operative Straumann-Chef kommt vom Kältetechnikkonzern Beijer Ref, wo er zuletzt CEO war. Zuvor leitete er bei Assa Abloy die Division Entrance Systems mit einem Umsatz von 4 Milliarden Euro.

Der 1973 geborene Norbye stösst bereits im Oktober zu Straumann, um den Führungswechsel vorzubereiten. Die Ernennung erfolge im Rahmen eines geplanten Führungswechsels, schreibt Straumann am Mittwoch in einer Mitteilung.

Mit Christopher Norbye stelle Straumann die Weichen für die nächste Wachstumsphase. Aufbauend auf der starken Marktposition treibe die Gruppe profitables Wachstum konsequent voran, um nachhaltig Wert zu schaffen, so die Mitteilung. «Ich freue mich sehr darauf, in einer wichtigen Phase der Unternehmensentwicklung zur Straumann Group zu stossen,» lässt sich der designierte Konzernleiter zitieren.

Grosser Dank an Guillaume Daniellot
Der Verwaltungsrat dankt dem abtretenden CEO Guillaume Daniellot für seinen «ausserordentlichen Beitrag und sein grosses Engagement für Straumann». Unter seiner Führung habe die Gruppe ihre Marktposition deutlich ausgebaut und erhebliche Marktanteilsgewinne erzielt. Dabei sei Innovation stets im Zentrum der Strategie gestanden, sagt VR-Präsidentin Petra Rumpf.

Guillaume Daniellot arbeitete fast 20 Jahre für Straumann, die vergangenen sieben Jahre als CEO. (awp/mc/pg)

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