Straumann steigert Umsatz im 3. Quartal deutlich

Marco Gadola

Straumann-CEO Marco Gadola. (Foto: Straumann)

Basel – Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann hat im dritten Quartal 2016 erneut starke Umsatzzahlen mit zweistelligen Wachstumsraten in allen Geschäftsbereichen erzielt. Das Management bestätigt die bisherigen Ziele für das Gesamtjahr und plant für 2016/17 grössere Investitionen in Kapazitätserweiterungen. Die Resultate lagen im Rahmen der bereits hohen Erwartungen. Eine Überraschung wie zum Halbjahr, als das Unternehmen die Guidance für 2016 erhöhte, blieb aus.

Straumann steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 14% auf 213,8 Mio CHF. Organisch ergab sich ein Plus von 12,5%, was über den Prognosen der Analysten von knapp 12% lag. Alle Geschäftsbereiche haben zum starken Umsatzanstieg beigetragen. Dabei seien alle mindestens mit einer doppelstelligen Rate gewachsen, sagte CEO Marco Gadola am Donnerstag. Detaillierte Umsatzzahlen gibt Straumann allerdings nur nach Regionen bekannt.

Starkes Wachstum in Asien
Diesbezüglich wurde das stärkste Wachstum in den Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika erzielt. In ersterer wuchsen die Einnahmen um 25% respektive organisch um 17% auf 36,3 Mio. Dabei beschleunigte sich das Wachstumstempo im chinesischen Markt. Dort profitierte die Gruppe auch vom kürzlich übertragenen Value-Geschäft von Anthogyr, das seinen ersten vollständigen Quartalsbeitrag leistete.

In Nordamerika wuchs der Umsatz insbesondere dank eines sich stark entwickelnden Implantatgeschäfts um 19% auf 61,7 Mio beziehungsweise organisch um 17%.

In der wichtigsten Konzernregion EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika), erhöhte sich der Umsatz um 7,6% auf 89,1 Mio CHF. Organisch resultierte ein Plus von 7,7%, womit die Wachstumsrate aber unter jener der vier vergangenen Quartale lag. Es gebe aber keine Probleme in irgendeinem Land dieser Region, sagte CEO Gadola.

In Lateinamerika nahm der Umsatz trotz eines schwierigen Marktumfeldes um 16% auf 26,7 Mio zu. Dort belief sich das organische Wachstum auf 13%. In Argentinien, dem mit jährlich 400’000 verkauften Implantaten zweitgrössten Markt der Region, hat Straumann im dritten Quartal mit einer eigenen Tochtergesellschaft den Betrieb aufgenommen.

Übernahme von 30% an V2R Biomedical
«Wir befinden uns auf Kurs, unsere im Halbjahr erhöhten Ziele für 2016 zu erreichen», zeigte sich Gadola zuversichtlich. Danach dürfte das organische Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich zu liegen kommen. Trotz weiterer Investitionen in strategische Wachstumsinitiativen sollten das erwartete Umsatzwachstum und positive Skaleneffekte zu weiteren Verbesserungen der bereinigten EBIT-Marge führen.

Auch sei das Ziel, ein Anbieter von Komplettlösungen für Zahnersatz zu werden, dank verschiedener Initiativen schon fast erreicht worden, ergänzte Gadola. Neben der Lancierung neuer Produkten wie Novaloc zur Befestigung von Deckprothesen auf Implantaten und der Erschliessung von Dentallaboren durch eine Vertriebsvereinbarung mit den Anbieter von Laborlösungen Zirkonzahn, ergänzte das Unternehmen sein Portfolio auch durch den Erwerb von Beteiligungen. Zuletzt übernahm Straumann einen Anteil von 30% an der kanadischen V2R Biomedical, die auf prothetikorientierte Lösungen für die geführte Chirurgie spezialisiert ist.

Standort-Erweiterung
Um der erwarteten steigenden Nachfrage nachkommen zu können will Straumann auch seine Produktionsstandorte in der Schweiz, USA und Brasilien erweitern. Im weiteren reorganisiert Straumann seine Region Europa, um Ressourcen für Schwellenmärkt freizusetzen. Ein Team unter der Leitung von Wolfgang Becker wird sich auf die Expansion der Gruppe in Russland und bestehenden Distributorenmärkten in Osteuropa sowie im Nahen Osten und auf die Erschliessung attraktiver neuer Märkte z.B. in Afrika und Zentralasien konzentrieren.

Die Aktien reagierten mit Kursabgaben auf die Resultate, obwohl diese im Urteil der Analysten überzeugend ausfielen. Die Experten sehen Straumann auch weiterhin in der Position, stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Nach der starken Performance in diesem Jahr – die Titel haben bis am Tag vor der Resultatspublikation rund ein Fünftel zugelegt – nahmen die Anleger das Ausbleiben einer Überraschung wohl zum Anlass, Gewinne zu realisieren. Nach einem zwischenzeitlichen Minus von 2,6% verlor die Aktie zum Börsenschluss 1%. (awp/mc/pg)

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