Tornos 2013 mit doppelt so hohem Verlust wie im Vorjahr

Michael Hauser

Michael Hauser, CEO Tornos.

Moutier – Der Drehmaschinenhersteller Tornos hat im Geschäftsjahr 2013 einen deutlich höheren Verlust als im Vorjahr erlitten. Das Unternehmen spricht aber von beachtlichen Fortschritten, die im Jahresverlauf erzielt worden seien. Das Management bezeichnet die die finanzielle Basis nach wie vor als solide.

Tornos hat zwei Schreckensjahre mit tiefroten Zahlen hinter sich: Das Minus beim EBIT weitete sich auf 35,9 Mio CHF nach 22,3 Mio im Vorjahr aus. Der Reinverlust verdoppelte sich sogar auf 45,6 Mio CHF nach 22,6 Mio im Vorjahr, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Bereits vor einigen Wochen hatte Tornos tiefere Kennzahlen zum Umsatz (-16% auf 155,3 Mio CHF) und zum Auftragseingang (-14% auf 151,9 Mio CHF) veröffentlicht.

Mit den vorgelegten Gewinnzahlen hat Tornos die Schätzungen der Analysten der ZKB verfehlt: Diese hatten einen EBIT von -31,7 Mio und einen Reinverlust von 34,3 Mio CHF erwartet.

Viele Turnaround-Effekte
Das Unternehmen begründet die tiefroten Zahlen mit einem schwierigen makroökonomischen Umfeld sowie mit der strategischen Neuorientierung des Unternehmens. Diese Neupositionierung habe verschiedene einmalige Kosten verursacht, die sich auf über 28 Mio CHF summiert hätten.

So habe allein die Straffung des Produktportfolios sowie die höheren Rückstellungen für veraltete Produkte 12,9 Mio CHF verschlungen. Abschreibungen auf latente Steueransprüche hätten mit 8,6 Mio CHF, die Veräusserung des Bereichs Oberflächenbearbeitungssysteme mit 5,2 Mio CHF zu Buche geschlagen. Unter Ausschluss dieser einmaligen Effekte hätte sich der Reinverlust laut der Mitteilung auf 19,0 Mio CHF belaufen.

Finanzielle Basis solid
Die finanzielle Basis der Unternehmens sei trotz der Verluste in den Jahren 2012 und 2013 aber solide, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Kapitalerhöhung im Mai 2013 sowie die Senkung des Nettoumlaufvermögens hätten es ermöglicht, per Jahresende eine Nettoliquidität von gut 700’000 CHF auszuweisen. Am Ende des Vorjahres hatte Tornos noch Nettoschulden von 23,8 Mio CHF gehabt. Die Eigenkapitalquote liege bei gut 51%. Die Finanzierung beruhe zudem ausschliesslich auf privaten Darlehen.

Ziel 2014: «Nahezu ausgeglichenes Ergebnis»
Tornos habe 2013 «beachtliche Fortschritte» bei ihrer strategischen Neuorientierung abgeschlossen, teilt das Unternehmen weiter mit. Nun sei die Kostenstruktur deutlich verbessert. Der Mitarbeiterbestand in der Schweiz sei heute zum Beispiel 40% kleiner als beim Start der Restrukturierungsmassnahmen vor 15 Monaten, die Geschäftsleitung sei auf drei von sieben Mitglieder verkleinert worden. Im vierten Quartal sei wegen der tieferen Kostenbasis ein beinahe ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielt worden.

Auch sieht sich das Unternehmen bei den Produkten auf Kurs. Im Auftragseingang stieg der Anteil der Produkte, die seit 2011 eingeführt wurden, gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Dreifache. Fast alle Produkte, die vor über fünf Jahren im Markt eingeführt wurden, sind derweil nicht mehr im Sortiment. Grosse Hoffnungen setzt Tornos zudem in ein Joint Venture in China, das Maschinen für den lokalen Markt im Einstiegs- und mittleren Segment entwickeln soll.

Für das Geschäftsjahr 2014 macht Tornos zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Prognosen. Das Ziel sei es, ein «nahezu ausgeglichenes Ergebnis» zu erzielen, heisst es in der Medienmitteilung. Das Management macht dies aber von der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa und das Investitionsklima in Asien dürften sich nicht verschlechterten, heisst es. (awp/mc/pg)

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