Umsatz im Bauhauptgewerbe legt deutlich zu

Baustelle

Zürich – Die milde Witterung im ersten Quartal 2011 hat die Schweizer Bauwirtschaft belebt. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 15,1% auf über 3,7 Mrd CHF, wie der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mitteilte.

Der ungewöhnlich hohe Umsatz im Winterquartal sei nur teilweise auf die gute Konjunkturlage, sondern in erster Linie auf das für die Branche vorteilhafte Wetter zurückzuführen. Dieses erlaubte es den Bauunternehmen, ihren Arbeitsvorrat abzuarbeiten und auf die Einstellung der Arbeiten zu verzichten. Projekte hätten vorgezogen und rascher als geplant abgewickelt werden können.

Wohnungsbau als neues Zugpferd
Besonders stark zugenommen hat der Wohnungsbau. In diesem Geschäftsfeld wurden über 1,2 Mrd CHF umgesetzt, 16,3% mehr als im selben Vorjahresquartal. Der Wohnungsbau habe sich in den letzten Quartalen als neues Zugpferd der Bauwirtschaft profiliert, schreibt der SBV. Als Grund für die rege Produktion sieht der Verband die historisch tiefen Zinsen sowie die grosse Wohnungsnachfrage. Dazu trage die anhaltend hohe Einwanderung kaufkräftiger Ausländer bei. Das Volumen bei den Büro- und Gewerbebauten hat dagegen um 7,1% abgenommen. Die mittelfristigen Aussichten blieben intakt. Erteilte Baubewilligungen würden darauf hindeuten.

Stagnation auf hohem Niveau im Tiefbau erwartet
Vom Tiefbau seien im laufenden Jahr keine entscheidenden Wachstumsimpulse zu erwarten, hiess es. Stattdessen rechnen die Baumeister mit einer Stagnation auf hohem Niveau. In den vergangenen zwei Jahren habe der Tiefbau noch als Schrittmacher der Bauwirtschaft gegolten und dafür gesorgt, dass diese nahezu unbeschadet durch die Krise gekommen sei. Neben der insgesamt positiven Entwicklung in der Baubranche mangelt es vielen Bauunternehmen allerdings weiter an Fachpersonal. Fast jedes zweite SBV-Mitglied meldete Engpässe bei der Rekrutierung von Bauführern. Die gesamtschweizerische Lücke werde auf rund 500 Bauführer geschätzt, was 10% des gesamten Bauführerbestands entspreche.

Fachkräftemangel lässt Kapazitäten stagnieren
Ähnlich sei die Situation bei Bauingenieuren, Polieren, Vorarbeitern und Maschinisten. Der Fachkräftemangel führe dazu, dass die betroffenen Baufirmen ihre Kapazitäten nicht erhöhen könnten. Trotz der Probleme bei der Personalrekrutierung blickt der SBV optimistisch in die Zukunft. Die Zeiten überdurchschnittlicher Zuwachsraten seien zwar vorbei. Die weiterhin hohen Arbeitsvorräte sowie die starke Zunahme der Zementlieferungen bestätigten aber, dass eine unmittelbare Abkühlung der Bauwirtschaft sehr unwahrscheinlich sei. Insbesondere die steigenden Auftragseingänge im Wohnungsbau liessen weiter auf hohe Umsätze hoffen, schreibt der SBV. (awp/mc/ps/upd/ss)

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