Zürich – Der KOF Beschäftigungsindikator sinkt im vierten Quartal 2026 geringfügig auf 2.0 Punkte und liegt damit weiterhin leicht über seinem langjährigen Mittelwert. Der Rückgang geht vor allem auf die Beurteilung des aktuellen Personalbestands zurück. Per saldo wollen weiterhin mehr Unternehmen ihren Personalbestand in den kommenden drei Monaten ausbauen als abbauen. Die Dynamik auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bleibt damit solide.
Im vierten Quartal 2026 sinkt der KOF Beschäftigungsindikator auf 2.0 Punkte, nach 2.3 Punkten im Vorquartal (revidiert von 2.1 Punkten). Seit dem Schlussquartal 2025 bewegt sich der Indikator zwischen 1.5 und 2.3 Punkten, der langjährige Mittelwert liegt bei 1.7 Punkten. Der Indikator läuft dem Beschäftigungswachstum rund ein Quartal voraus. Sein aktueller Stand deutet deshalb auf eine weiterhin solide Beschäftigungsentwicklung in den kommenden Monaten hin.
Grundlage des KOF Beschäftigungsindikators sind die vierteljährlichen Konjunkturumfragen des KOF Instituts. Im Oktober 2026 haben rund 4’500 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen und angegeben, wie sie ihren aktuellen Beschäftigungsbestand beurteilen und wie er sich in den kommenden drei Monaten entwickeln dürfte. Der Indikator bildet den Durchschnitt aus diesen beiden Teilkomponenten. Der Saldo der Beschäftigungserwartungen liegt mit 3.2 Punkten praktisch auf dem Stand des Vorquartals (3.3 Punkte). Die Beurteilung des Beschäftigungsbestands sinkt dagegen von 1.3 auf 0.8 Punkte. Per saldo halten aber weiterhin mehr Unternehmen ihren Personalbestand für zu klein als für zu gross.
Weniger Rückenwind von den übrigen Dienstleistern, weniger Gegenwind aus der Industrie
Die übrigen Dienstleistungen, die beschäftigungsmässig stark ins Gewicht fallen, tragen weiterhin positiv zum Gesamtindikator bei. Mit 4.4 Punkten liegt ihr Indikatorwert klar über dem Gesamtindikator. Der positive Beitrag dieser Branchengruppe ist aber kleiner geworden. Ende 2025 lag der Wert noch bei 9.6 Punkten. Seither ist er in jedem Quartal gesunken und liegt nun so tief wie zuletzt Anfang 2021.
Gegenläufig war die Entwicklung im Grosshandel und im Verarbeitenden Gewerbe. Ende 2025 lagen beide Branchenindikatoren noch klar im Minus, seither haben sie sich spürbar entspannt. Unter null liegen sie allerdings noch immer, im Grosshandel nur noch knapp (-1.0 Punkte), im Verarbeitenden Gewerbe etwas deutlicher (-3.4 Punkte).
Im Baugewerbe rechnet per saldo weiterhin eine klare Mehrheit der Unternehmen mit einem Stellenaufbau. Im Gastgewerbe und im Detailhandel überwiegen dagegen die Unternehmen, die einen Stellenabbau erwarten. (KOF/mc/pg)
