Vetropack mit stabilem Umsatz und leicht höherem Gewinn

Claude Cornaz

Claude Cornaz, ehemaliger Vetropack-CEO. (Foto: Vetropack/mc)

Bülach – Vetropack hat im ersten Semester 2017 so viele Glasverpackungen abgesetzt wie noch nie. Den Umsatz konnte das Unternehmen gleichwohl nur knapp halten, verbuchte unter dem Strich aber einen leicht höheren Gewinn. Im Ausblick bleibt das Management zuversichtlich. Analysten zeigen sich eher enttäuscht und die Börse folgt.

Mit rund 2,58 Mrd Einheiten (+2,8%) erzielte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Rekordabsatz und profitierte dabei gemäss einer Mitteilung vom Dienstag von einer kontinuierlich wachsenden Nachfrage in Europa. Der Umsatz stagnierte gleichwohl bei 310,2 Mio CHF (-0,2%), währungsbereinigt verbuchte das Unternehmen immerhin einen 1,2% höheren Nettoerlös.

Einerseits überkompensierten zwar auf Stufe EBIT (-1,3%) steigende Personalkosten und Abschreibungen die gesunkenen Energie- und Rohstoffkosten, andererseits wies das Unternehmen aber auf Gewinnstufe aufgrund von tieferen Finanzkosten und währungsbedingten Kursgewinnen einen besseren konsolidierten Semestergewinn aus als in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich resultierte ein um 1,2% höherer Konzerngewinn von 24,7 Mio CHF.

Italien nun eigenständig
Die Vetropack-Gesellschaft in Italien übernahm habe Anfang 2017 die eigenständige Verantwortung für den italienischen Markt. Bisherige Exporte der anderen Vetropack-Töchter nach Italien seien daher ins Portfolio von Vetropack Italia integriert worden. Diese Umschichtung habe zu einem Rückgang der Exporterlöse in Tschechien, der Slowakei und Österreich geführt.

Dass trotz der Umschichtung in Italien der Exportanteil insgesamt stabil blieb, sei den höheren Verkäufen in andere ost- und westeuropäische Länder zu verdanken. Einen wesentlichen Beitrag habe zudem der Exportausbau der ukrainischen Tochtergesellschaft Vetropack Gostomel geleistet, heisst es weiter.

Im Vergleich zum Halbjahr 2016 investierte das Unternehmen zudem in den ersten sechs Monaten mit 30 Mio CHF knapp 27% weniger. Davon flossen den Angaben nach 20,6 Mio in den laufenden Unterhalt, die Modernisierung und den Kapazitätsausbau der Anlagen und Maschinen.

Anzeichen der Erholung in der Ukraine
Mit Blick in die Zukunft sei vor allem in der Ukraine mit einer wirtschaftliche Stabilisierung zu rechnen, die sich aber 2017 noch nicht ergebniswirksam zeige. Hinzu komme die turnusmässige Wannenrevision im ukrainischen Glaswerk Gostomel, die aufgrund von Produktionsunterbrechungen die Wertschöpfung leicht belasten dürften, so Vetropack.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017 rechnet das Unternehmen aber weiterhin mit einer leichten Steigerung der Nettoerlöse und mit einer höheren Wertschöpfung.

Kurs unter Druck
Die Vetropack-Aktien geraten am Dienstag unter Abgabedruck. Analysten kommentierten den Semesterabschluss eher zurückhaltend und passten ihre Schätzungen tendenziell nach unten an. Gegen Mittag notiert die Titel rund 2,5% tiefer auf 2’013 CHF.

Seit dem langjährigen Tiefstand im Januar 2015 von 1’200 CHF legte die Aktie bis auf die letzten drei Monate eine beachtliche Performance hin. Allein im letzten Jahr schlug ein Plus von über 30% zu Buche. Der SPI legte in den letzten zwölf Monaten gut 12% zu. (awp/mc/upd/ps)

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