Zehnder will Heizungssparte wieder profitabel machen

Zehnder Group

(Foto: Zehnder)

Gränichen – Der Raumklimaspezialist Zehnder sieht trotz der schwierigen Marktbedingungen weiterhin Potenzial im Heizkörpergeschäft. Mit der angekündigten organisatorischen Trennung von Lüftungs- und Heizkörperaktivitäten in Europa soll insbesondere die Profitabilität der Sparte verbessert werden.

Die neue Struktur sei «ein organisatorischer Schritt und kein Portfolio-Review», sagte Unternehmenssprecher Alexander Kamb im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Zwar verschaffe die Aufteilung in eigenständige Divisionen und separate Rechtseinheiten dem Konzern künftig mehr strategische Flexibilität. Im Vordergrund stehe derzeit aber die Umsetzung der neuen Organisation und nicht eine Veräusserung des Heizkörpergeschäfts.

Zehnder begründet die Neuausrichtung mit den unterschiedlichen Marktbedingungen in den beiden Kernbereichen. Während das Lüftungsgeschäft in einem Wachstumsmarkt tätig sei, kämpfe die Heizkörpersparte mit rückläufigen Volumen, Überkapazitäten und Preisdruck.

Rückkehr zur Profitabilität angestrebt
Dennoch hält das Unternehmen laut Kamb am Geschäft fest. Zehnder sehe sich im Heizkörpermarkt weiterhin gut positioniert. Künftig wolle sich die Division stärker auf margenstarke Produkte konzentrieren und gleichzeitig die Kostenbasis verbessern. Bei der sogenannten Deckungsmarge stehe die Sparte bereits heute gut da, auch im Vergleich zu erfolgreicheren Wettbewerbern. Verbesserungsbedarf bestehe vor allem bei den nachgelagerten Kostenblöcken.

Mit der Reorganisation sollen Prozesse vereinfacht und Entscheidungswege verkürzt werden. Es handle sich allerdings nicht um ein klassisches Sparprogramm. Vielmehr gehe es darum, die bisherige Matrixorganisation durch eine divisionale Struktur zu ersetzen und dadurch effizienter zu werden. Die wesentlichen organisatorischen Anpassungen sollen noch 2026 umgesetzt werden, bevor die neuen Rechtseinheiten Anfang 2027 operativ starten.

Mittelfristig soll das Heizkörpergeschäft wieder einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. Zehnder strebt nach eigenen Angaben eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität der Sparte an.

Wachstumspotenzial im Commercial-Bereich
Neben der Trennung des Heizkörper- und Lüftungsgeschäfts schafft Zehnder mit «Light Commercial Europe» zudem eine eigenständige Geschäftseinheit innerhalb des Lüftungsbereichs. Die Einheit bleibt organisatorisch Residential Ventilation Europe unterstellt, soll aber mit mehr Eigenverantwortung operieren.

Nach Angaben des Unternehmens ist der Bereich derzeit noch vergleichsweise klein. Mit der Verselbstständigung sollen jedoch die spezifischen Marktanforderungen besser adressiert, die Komplexität reduziert und die Agilität erhöht werden. Zehnder erhofft sich davon eine Beschleunigung des Wachstums. Der Bereich wird deshalb als attraktives Geschäftsfeld mit weiterem Ausbaupotenzial betrachtet. (awp/mc/pg)

Exit mobile version