Vevey – Vom 5. bis 27. September 2026 wird Vevey erneut zur Bühne für internationale visuelle Kunst. Unter dem Motto «We Are Family!» versammelt die 10. Biennale Images Vevey rund 50 Künstler:innen aus 15 Ländern, darunter den französischen Künstler JR mit seinem partizipativen Kunstprojekt «Inside Out» sowie Richard Billingham mit seiner ikonischen Fotoserie «Ray’s a Laugh», die schonungslose Einblicke in ein von Alkoholismus und Armut geprägtes Familienleben gewährt. Zu diesem Zweck werden die Wohnungen von Billinghams Familie, die als Schauplatz für die Fotografien dienten, originalgetreu nachgebaut. Die Musikerin Erika Stucky, Trägerin des Kunstpreises der Stadt Zürich 2026, verdichtet über 40’000 Fotografien und Filme aus 44 Jahren zu einem performativen Familienalbum. Der 2026 mit einem Schweizer Designpreis ausgezeichnete Cédric Zellweger präsentiert eine neue Arbeit über Hyperkonsum, Macht und Technologie.
Seit 2008 verwandelt Images Vevey alle zwei Jahre die Stadt in eine Bühne für zeitgenössische Bildkunst. Mit ortsspezifischen Installationen hat sich die Schweizer Biennale international einen Namen gemacht. Ob Fotografien in den Tiefen des Genfersees, Ausstellungen auf Dächern oder monumentale Interventionen im öffentlichen Raum: Images Vevey lotet die Grenzen der Fotografie aus und macht zeitgenössische Bildkunst einem breiten Publikum kostenlos zugänglich. Le Monde bezeichnete die Biennale als «eines der allerersten Festivals für visuelle Kunst weltweit».
Das Motto «We Are Family!» ist eine Hommage an die grosse Images-Vevey-Familie. Seit 2008 haben mehr als 500 Künstler:innen aus 55 Ländern sowie zahlreiche Projektpartner, Medienschaffende und Besucher:innen die Biennale geprägt. Mehrere Kunstschaffende kehren nun nach Vevey zurück und unterstreichen ihre langjährige Verbundenheit mit der Veranstaltung. Gleichzeitig widmet sich das Programm dem Thema Familie in all seinen Facetten – von biologischen und gewählten bis hin zu künstlerischen und gesellschaftlichen Gemeinschaften. Themen wie Herkunft, Weitergabe, Erinnerung und Zugehörigkeit ziehen sich durch zahlreiche Projekte.
Familie in all ihren Facetten
Die Fotografin Rineke Dijkstra begleitete über Jahrzehnte Almerisa, die als Kind aus Bosnien flüchtete, und zeigt, wie sich Identität und Zugehörigkeit im Laufe eines Lebens wandeln. Dijkstra präsidiert zudem die Jury des Grand Prix Images Vevey 2025/2026.
Einen ganz anderen Zugang zum Thema Familie wählt die schweizerisch-amerikanische Musikerin und Künstlerin Erika Stucky. Erstmals präsentiert sie ihre fotografischen Arbeiten und schafft aus mehr als 40’000 Fotografien und Filmen aus 44 Jahren ein performatives Familienalbum.
Der Familienalltag steht auch im Zentrum der deutschen Fotografin Nadine Fraczkowski. Sie porträtiert eine kalifornische Familie, deren Leben sich um Showmanship-Wettbewerbe dreht, bei denen Jugendliche Schweine und Schafe präsentieren – eine Arbeit über Rituale, Verantwortung und Identität.
Mit seiner neuen Arbeit verbindet der Luzerner Cédric Zellweger analoge Fotografien, Fundstücke und 3D-gedruckte Objekte zu einer kritischen Reflexion über Technologie, Macht und Hyperkonsum.
Einen leisen Gegenpol bildet die US-amerikanische Fotografin Deanna Dikeman: In ihrer über 27 Jahre entstandenen Serie «Leaving and Waving» dokumentiert sie die Abschiede von ihren Eltern und schafft damit eine berührende Reflexion über Familie, Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit.
Drei Jubiläen im Fokus
Die 10. Biennale Images Vevey feiert zudem mehrere Jubiläen. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie widmet sie Richard Billinghams wegweisender Serie «Ray’s a Laugh» eine Ausstellung. Dreissig Jahre nach Erscheinen des gleichnamigen Fotobuchs rekonstruiert diese die Apartments, in denen Billingham seine von Alkoholismus, Armut und familiärer Nähe geprägten Fotografien aufnahm.
Zum 15-jährigen Jubiläum kehrt JRs weltweites Kunstprojekt «Inside Out» nach Vevey zurück, einem der ersten Ausstellungsorte des Projekts.
Eine grossformatige Installation von Anoush Abrar schlägt schliesslich die Brücke zum 60-jährigen Bestehen des Montreux Jazz Festival und zeigt Porträts internationaler Musikgrössen wie Grace Jones, Lionel Richie, Janelle Monáe und Sting. (Biennale Images Vevey/mc/ps)
