Film als Musik: 5 Jahre St.Moritz Art Film Festival

«Silvesterchlausen» - Andrew Norman Wilson - 2025.

St. Moritz – Vom 20. bis 23. August 2026 kehrt das St.Moritz Art Film Festival (SMAFF) für seine fünfte Ausgabe ins Oberengadin zurück und verwandelt die alpine Landschaft erneut in eine Bühne für Avantgarde-Kino und Videokunst. Unter dem diesjährigen Thema «If Music» untersucht das Festival, wie Film über narrative Strukturen hinaus zu Rhythmus, Resonanz und Bewegung werden kann. Zu den ersten angekündigten Höhepunkten zählen die Schweizer Premiere des oscarprämierten Kurzfilms «Two People Exchanging Saliva» von Natalie Musteata und Alexandre Singh mit Zar Amir Ebrahimi, Andrew Norman Wilsons «Silvesterchlausen», eine filmische Verdichtung traditioneller Neujahrsrituale im Appenzell, sowie eine immersive Arbeit der schweizerisch-japanischen Künstlerin Leiko Ikemura.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich das St.Moritz Art Film Festival (SMAFF) als unabhängige internationale Plattform für künstlerischen Film, Videokunst und experimentelles Kino etabliert. Für seine Jubiläumsausgabe rückt das Festival die Musik nicht als Begleitung des Films, sondern als dessen konstitutives Prinzip in den Mittelpunkt. Das Programm entfaltet sich in fünf thematischen Sektionen und vereint internationale Perspektiven aus Film und zeitgenössischer Kunst. Ergänzt werden die Vorführungen durch Gespräche an der Schnittstelle von Kunst, Kino und Philosophie.

Schweizer Premiere des Oscar-prämierten Kurzfilms mit Zar Amir Ebrahimi
Zu den ersten bestätigten Höhepunkten zählt die Schweizer Premiere von «Two People Exchanging Saliva» (2024) von Natalie Musteata und Alexandre Singh mit der iranisch-französischen Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi in der Hauptrolle, die 2022 für «Holy Spider» bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Im März 2026 gewann der Kurzfilm bei der 98. Verleihung der Academy Awards den Oscar für den besten Kurzfilm. Ebenfalls im Programm vertreten ist «Silvesterchlausen» (2025) von Andrew Norman Wilson – eine filmische Auseinandersetzung mit den traditionellen Silvesterbräuchen im Appenzell und den kulturellen Übergangsräumen zwischen der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Mit der schweizerisch-japanischen Künstlerin Leiko Ikemura präsentiert das SMAFF zudem eine der prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Ihre Werke wurden unter anderem im Centre Pompidou, im Kunsthaus Zürich sowie im National Museum of Modern Art in Tokio gezeigt. «Nocturno Vivo» (2022) ist eine immersive Videoprojektion zwischen Malerei, Klang und Bewegung. In Nahaufnahmen von Ikemuras dunklen, abstrakten Gemälden entfaltet sich eine traumartige Landschaft aus Licht, Schatten und Resonanz, in der der Film selbst zu einem rhythmischen Erfahrungsraum wird.

Das vollständige Festivalprogramm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Leitung, Kuratorium und Jury
Das Festival, dessen Präsident Martin Hatebur (Präsident der Kunsthalle Basel) ist, wird von Stefano Rabolli Pansera (Artistic Director) und Diana Segantini (Managing Director) geleitet. Stefano Rabolli Pansera sagt: «Die diesjährige Ausgabe versteht Musik nicht als Illustration des Films, sondern als dessen innere Struktur. Film wird zu Rhythmus, Wiederholung und einer Form der Resonanz zwischen Bild, Klang und Bewegung.» Diana Segantini ergänzt: «Mit seiner fünften Ausgabe positioniert sich das SMAFF weiterhin als Ort des Austauschs zwischen internationaler Gegenwartskultur und der einzigartigen Landschaft des Engadins. Das Festival verbindet künstlerische Perspektiven durch eine offene, interdisziplinäre Form des Dialogs.»

Zum Kuratorium der fünften Ausgabe gehören Adam Szymczyk, Künstlerischer Leiter der documenta 14, Leonardo Bigazzi, Kurator der Fondazione In Between Art Film und langjähriger Direktor von Lo Schermo dell’Arte in Florenz, sowie die Kuratorin und Architektin Paula Nascimento, die 2025 zur Co-Kuratorin der Sharjah Biennale 17 ernannt wurde. Die internationale Jury setzt sich aus dem Kurator und Sammler Désiré Feuerle, der Schweizer Kulturjournalistin Ewa Hess sowie Skarlet Smatana, Direktorin der George Economou Collection, zusammen. (pd/mc)

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