Kino-Tipp: «Leonora in the Morning Light»

Still aus «Leonora in the Morning Light». (Bild: zvg)

Der Surrealismus ist von den Namen grosser Männer geprägt: Salvador Dalí, Max Ernst, André Breton, René Magritte. Doch eine der grössten Künstlerinnen dieser Bewegung, Leonora Carrington, bleibt in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Und das, obwohl sie zu den höchstverkauften Malerinnen weltweit zählt, neben Frida Kahlo und Georgia O’Keeffe. Sie übertrifft sogar Salvador Dalí und Max Ernst.

Die Filmbiografie «Leonora in the Morning Light» gibt der britischen Malerin endlich die Anerkennung, die sie verdient. Sie basiert auf dem Bestseller «Leonora» (deutsch: «Frau des Windes») von Elena Poniatowska, einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen Mexikos im 20. Jahrhundert, die bereits mit dem Cervantes-Preis, dem wichtigsten spanischsprachigen Literaturpreis, für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Der Film erzählt die packende Lebensgeschichte von Leonora Carrington, die in den 1930er Jahren nach Paris zog, um Teil der surrealistischen Bewegung zu werden. Dort stürzte sie sich in eine leidenschaftliche Beziehung mit Max Ernst, bevor der Zweite Weltkrieg sie zur Flucht nach Mexiko zwang. In diesem neuen Heimatland fand sie nicht nur ihre eigene Stimme als Künstlerin, sondern wurde zu einer prägenden Figur der modernen Kunst.

Unter der Regie von Thor Klein und Lena Vurma (Aarau), die mit dem Film ihr Regiedebüt feiert, und mit einer eindrucksvollen Darstellung von Olivia Vinall als Leonora Carrington, ist der Film ein kraftvolles Porträt einer Frau, die nicht als Muse, sondern als führende Künstlerin des Surrealismus ihren Platz in der Kunstgeschichte einfordert. Alexander Scheer («Köln 75», deutscher Filmpreis für die beste männliche Hauptrolle in «Gundermann») verkörpert Max Ernst. Der Film fängt die emotionale Tiefe und die künstlerische Intensität ihrer turbulenten Beziehung ein.

Eine zentrale Rolle im Film spielt der von Kunstsammler Edward James gebaute, dschungelähnliche surrealistische Skulpturengarten «Las Pozas», ein paradiesischer «Garten Eden», der der Künstlerin als Refugium dienen sollte. «Leonora in the Morning Light» ist der erste Spielfilm, der dort gedreht wurde.

Die Schweiz-Premiere von «Leonora in the Morning Light» findet am 11. März 2026 in Anwesenheit des Regie-Duos und der Hauptdarstellerin Olivia Vinall im Filmpodium Zürich statt. Danach folgt eine Kinotour durch die Deutschschweiz. Der Film wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 auch auf VOD und in der ARTE Mediathek verfügbar sein. (Elliott/mc/ps)

Kinotour mit Q&A mit Lena Vurma und Thor Klein (bisher bestätigte Daten)

  1. März, 20 Uhr, Filmpodium, Zürich
  2. März, 20 Uhr, TaB* Theater am Bahnhof, Reinach AG
  3. März, 18.30 Uhr, Kinok, St. Gallen
  4. März, 17 Uhr, Cinema Luna, Frauenfeld
  5. März, 10.30 Uhr (Matinee), Kino Schloss, Aarau
  6. März, 15 Uhr, Kino Orient, Wettingen
  7. März, 15 Uhr, Neue Kantonsschule Aarau (NKSA)
  8. März, 18 Uhr, Kino Rex, Bern
  9. März, 18 Uhr, Kino Odeon, Brugg
  10. März, 20 Uhr, Kino Freier Film, Aarau
  11. März, 18.30 Uhr, SchlossCinema, Wädenswil
  12. März, 18 Uhr, Kino Sputnik, Liestal
  13. März, 18 Uhr, Kino Cameo, Winterthur
Exit mobile version