Neuenburg – Die Schweizer Hotellerie hat im Mai 2026 den dritten Monat in Folge weniger Logiernächte verzeichnet. Besonders bei den Gästen aus dem Ausland waren es weniger als noch vor einem Jahr – darin dürfte sich auch der Iran-Krieg niedergeschlagen haben. Trotz starkem Beginn des Jahres ist die Bilanz nach fünf Monaten damit negativ.
Insgesamt 3,4 Millionen Übernachtungen zählten die hiesigen Hotels im Mai, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte. Das sind 1,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Überraschend kommt das nicht – erste Schätzungen des BFS hatten den Rückgang bereits angezeigt.
Bei den ausländischen Touristen gingen die Übernachtungen um 1,6 Prozent auf 1,8 Millionen zurück. Bei den Gästen aus der Schweiz waren es mit 1,6 Millionen Logiernächten 0,5 Prozent weniger.
Deutlich weniger Gäste aus China und Indien
Besonders stark rückläufig war die Nachfrage aus Asien. Hier dürften sich insbesondere die Folgen des Iran-Kriegs für den internationalen Reiseverkehr niedergeschlagen haben. Aus dem im Mai wichtigsten asiatischen Herkunftsland Indien kamen 24,2 Prozent weniger Touristen, aus China 9,0 Prozent weniger.
Positiv entwickelte sich dagegen weiterhin der US-Markt. Reisende aus den USA generierten mit rund 337’100 Logiernächten die meisten aller Herkunftsmärkte – ein Plus von 0,6 Prozent.
Europa zeigt ein durchwachsenes Bild: Der zweitgrösste Herkunftsmarkt Deutschland wies für den Mai ein Plus auf: +5,0 Prozent auf gut 294’300 Übernachtungen. Weniger Gäste kamen dagegen aus dem Vereinigten Königreich (-2,9 Prozent auf gut 118’300) und Frankreich (-0,7 Prozent auf knapp 117’600).
Rückgang nach fünf Monaten
In den ersten beiden Monaten 2026 hatte die Schweizer Hotellerie noch an den Rekordkurs des Vorjahres angeknüpft und steigende Übernachtungszahlen vermeldet. Ab März waren die Logiernächte dann allerdings rückläufig.
Insgesamt sind damit von Januar bis Mai 16,2 Millionen Übernachtungen zusammengekommen – ein Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar sind es bei den inländischen Gästen mit 8,2 Millionen 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Rückgang bei den Gästen aus dem Ausland von 1,4 Prozent auf 8,0 Millionen Logiernächte konnte dies aber nicht wettmachen.
Für die Sommersaison zeigte sich Schweiz Tourismus zuletzt dennoch vorsichtig optimistisch. So dürften die neben dem Heimmarkt wichtigsten Märkte Deutschland, USA, Grossbritannien und Frankreich ein stabiles Fundament bilden, hiess es. Dagegen dürfte die Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten geringer ausfallen.
Wie das für die Branche besonders wichtige Sommergeschäft angelaufen ist, werden die Übernachtungszahlen für den Juni zeigen. Eine erste Schätzung dazu wird das BFS am 15. Juli publizieren. (awp/mc/pg)
