Amsterdam – Autofahren ist so teuer wie nie: Autopreise, Unterhaltskosten, Versicherungsprämien – es gibt keinen Bereich, der nicht von einer Teuerung auch aufgrund der Inflation betroffen ist. Ein wichtiger Aspekt, der aber gern vergessen wird, betrifft die Kosten für die Reifen. Ein Satz neuer Sommer- oder Winterreifen kostet schnell eine vierstellige Summe.
Dabei gibt es Möglichkeiten, die Reifenkosten besser zu managen.
Reifenkosten als unterschätzter Faktor des Fahrzeugunterhalts
360 Euro für einen neuen Sommerreifen? Das ist kein Problem und so müssen sich vor allem Familien oft entscheiden: Ein Satz neue Reifen für den Van oder Sommerurlaub? Dabei geht es auch günstiger, wie pneus-online.de zeigt. Hier sind gute Sommerreifen für deutlich unter 100 Euro erhältlich, die Preise bewegen sich teils um 60 Euro.
Auch Winter- oder Ganzjahresreifen kosten ein kleines Vermögen, wenn ohne Kostenvergleich gekauft wird. Dabei sind sie selbst in Werkstätten oft teurer, und so lohnt sich die Nachfrage, ob ein Satz neue Reifen zum Werkstatttermin mitgebracht werden kann. Autobesitzer haben es selbst in der Hand, das Reifenmodell der Wahl zu kaufen und in der Werkstatt nur noch aufziehen (und die Räder auswuchten) zu lassen.
Darum steigen die Kosten für Reifen derart rasant
Die Reifenpreise steigen aus verschiedenen Gründen. Zum einen sind Rohstoffe und Energiepreise gestiegen, was die Herstellung verteuert. Auch die Logistikpreise haben jüngst erneut angezogen. Gestiegene Mindestlöhne und die damit verbundenen höheren Lohnkosten werden an die Endkunden weitergegeben.
Darüber hinaus gilt seit dem 1. Januar 2025 die neue EU-Verordnung, nach der Hersteller einen verpflichtenden Nachweis über die Herkunft des verwendeten Naturkautschuks erbringen müssen. Der Rohstoff wird teurer, zusätzlich gibt es strengere Umweltauflagen und teilweise Handelskonflikte. In der Folge steigen die Preise weiter.
Auch nach dem Kauf muss mit höheren Kosten gerechnet werden: Wer zu Hause keine Möglichkeit hat, die Reifen zu lagern, muss den entsprechenden Service in der Werkstatt buchen. Hier gilt ebenfalls, dass sämtliche Kosten gestiegen sind – die Verteuerung bekommen die Werkstattkunden an jeder Stelle zu spüren.
Reifenkosten managen: 4 clevere Tipps zum Sparen
Kluge Kaufentscheidungen auf der einen und gute Reifenpflege auf der anderen Seite: Für Autobesitzer gibt es Möglichkeiten, mit denen sich bares Geld in puncto Reifen sparen lässt. Hier die besten Tipps in der Übersicht:
1. Auf gute Reifenpflege setzen
Autofahrer sollten den herstellerseitig angegebenen Reifendruck beachten. Regelmäßige Überprüfungen des Drucks und gegebenenfalls nötige Anpassungen (beispielsweise bei voller Beladung auf der Fahrt in die Ferien) sind wichtig, um Reifen gleichmäßig abzufahren. Der Abrieb zeigt, ob der Druck dauerhaft zu hoch (Abrieb eher mittig) oder zu niedrig (eher neben der Mitte, sehr starker Abrieb) ist. Der passende Druck erhöht die Lebensdauer der Reifen.
2. Reifenschonend fahren
Schnelle Starts und Stopps, bei denen die Reifen durchdrehen, verkürzen ihre Lebensdauer enorm: Der Reifen bleibt quasi auf dem Asphalt. Auch eine zu große Beladung des Fahrzeugs bei zu geringem Reifendruck bewirkt einen starken Abrieb. Wer nicht reifenschonend fährt, bezahlt das mit einem frühzeitigen Neukauf.
Zum reifenschonenden Fahren gehört auch das Vermeiden von Kanten wie zum Beispiel Bordsteinen. Wenn deren Überfahren unvermeidbar ist, sollten sie vorsichtig überrollt werden, um Reifen und Felgen zu schonen.
3. Kluge Kaufentscheidungen treffen
Wie bei den meisten anderen Produkten gilt auch bei Autoreifen: Wer billig kauft, kauft doppelt. Besonders günstige Reifen müssen schneller ersetzt werden, da ihre Lebensdauer deutlich kürzer als die von Qualitätsreifen ist. Es lohnt sich, vor dem Kauf entsprechende Reifentests zu lesen und sich daran in Bezug auf die Modellwahl zu orientieren. Gleichzeitig gilt, dass nicht zwangsläufig besonders teure Reifen wirklich sehr gut sind. Maßgeblich sind unter anderem die Aspekte zum Rollwiderstand, zur Lautstärke und zur Nasshaftung, die auf dem EU-Reifenlabel angegeben sind. Darüber hinaus sollte antizyklisch gekauft werden: Sommerreifen im Winter, Winterreifen im Sommer kaufen.
4. Reifen regelmäßig warten
Die Profiltiefe sollte nicht nur im Rahmen des TÜV-Prüftermins beachtet werden, sondern auch zwischendurch. Dies gilt zum einen wegen des Einhaltens einer vorgeschriebenen Tiefe der Rillen, zum anderen wegen der eigenen Fahrsicherheit. Eine zu geringe Profiltiefe kann vor allem auf nasser Fahrbahn zum Schleudern des Fahrzeugs führen. Zudem sollten Autofahrer die Reifen einer regelmäßigen Sichtkontrolle unterziehen, um Beschädigungen rechtzeitig zu erkennen.
Kostenersparnis Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen eignen sich vor allem für die Autofahrer, die ihr Fahrzeug nicht täglich benötigen und die eher kurze bis mittlere Strecken (bis 15.000 km im Jahr) fahren. Die Reifen verschleissen aufgrund ihres Alters, bevor das Profil abgefahren ist. Wichtig ist zudem die Region, in der gefahren wird: Das Klima sollte mild und von wenig Schnee und Eis geprägt sein. Ganzjahresreifen stellen in Bezug auf ihre Gummimischung einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Die Rutschgefahr im Winter ist grösser, der Abrieb im Sommer ebenfalls. Wichtig: Ganzjahresreifen müssen, um im Winter zugelassen zu sein, das Alpine-Symbol tragen. (po/mc/hfu)
