„Traumjob» Reisebranche?

Mallorca

Zürich – Strand, Meer und Palmen: Viele verbinden mit der Arbeit in der Reisebranche nur Schönes. Doch wartet im Reisebüro wirklich ein Traumjob? Wir haben uns umgehört.

Seit dem 21.  November erhalten Jugendliche und alle, die einen Wechsel oder eine Weiterbildung planen, an der Berufsmesse Zürich Einblicke in zahlreiche Jobs und Berufsfelder. Über 500 Lehrberufe, Ausbildungen und Weiterbildungen werden in der Messe Zürich präsentiert.

Während es viele der vor Ort vertretenen Branchen schwer haben, junge Leute anzusprechen, hat die Reisebranche einen grossen Vorteil: die meisten Menschen denken beim Stichwort «Reisebüro» ausschliesslich an erfreuliche Dinge wie Ferien, Strand und Meer. Doch ist die Arbeit im Reisebüro tatsächlich ein Traumjob, oder ist es auf die Dauer unbefriedigend, für andere die Ferien zu organisieren?

Für Deborah Wyss, Reiseexpertin in der Zuger Kuoni-Filiale, ist die Antwort klar: «Ferne Destinationen zu erkunden und diese dann in engem Kontakt dem Kunden näherbringen zu können ist für mich ein absoluter Traumjob.» Sie habe sich für die KV-Ausbildung im Reisebüro entschieden, weil sie auf ihrem Lieblingsgebiet Profi werden und gleichzeitig eine solide Grundausbildung absolvieren wollte. Ihre Begeisterung gibt Deborah Wyss gerne weiter – im Rahmen des diesjährigen Young Talents-Wettbewerb des Schweizer Reise-Verbands (SRV) half sie mit, kreative Lösungsansätze zu finden, um junge Menschen für die KV-Lehre zu begeistern.

Nadeshda Britschgi, Verantwortliche Aus- und Weiterbildung beim SRV, kennt als HR-Fachfrau aber auch die Nachteile der Reisebranche aus dem FF. Sie stellt klar, dass es sich in der Regel um einen «knochenharten Verkaufsjob mit langen Arbeitszeiten und tiefem Lohn» handle. Als positive Aspekte hebt sie die Produkte und den intensiven Kundenkontakt hervor – zudem seien in der Branche überdurchschnittlich viele Menschen zu finden, die ihren Job mit grosser Leidenschaft ausüben.

Begehrte Absolventen
Die angesprochene Leidenschaft ist bei Farrah Mettler, die derzeit beim Asien-Spezialisten Tourasia ein Praktikum absolviert, deutlich spürbar. Die Quereinsteigerin fand die Vorstellung reizvoll, täglich mit Ferien zu tun zu haben, diese für andere zu organisieren und gleichzeitig in mehreren Sprachen zu kommunizieren. «Es macht Spass, sich intensiv mit Destinationen zu befassen und täglich Neues zu entdecken», sagt sie. Die Branche sei stets im Wandel und richte sich nach den Trends – dadurch sei die tägliche Arbeit abwechslungsreich und herausfordernd. Als Höhepunkt ihres Jobs bezeichnet Farrah Mettler aber die Tatsache, dass sie Emotionen und Erlebnisse verkaufe und für die Kunden die schönste Zeit im Jahr organisieren dürfe. «Wir verschaffen schöne Erinnerungen, die einem niemand nehmen kann.»

Thomas Jenzer, Leiter der Höheren Fachschule für Tourismus in Zürich & Lausanne, ist überzeugt, dass die KV-Lehre in der Reisebranche trotz ihrer Schattenseiten für junge Menschen ein idealer Einstieg in die Berufswelt ist. Egal ob man nach der Ausbildung auf dem Beruf arbeite, sich für ein anderes Berufsfeld im Tourismus entscheide oder die Branche gar verlasse. Jenzer stellt immer wieder fest, dass die Absolventen aufgrund der Interdisziplinarität der Ausbildung, sowie der hohen Belastbarkeit und Flexibilität, auf dem Berufsmarkt sehr begehrt sind.

Generell gibt Thomas Jenzer jungen Menschen mit auf den Weg, dass bei der Berufswahl nicht nur der Kopf, sondern auch der Bauch eine Rolle spielen sollte. «Menschen die etwas gerne und mit Leidenschaft machen, machen es oft gut und werden weiter kommen.» (Travelcontent/mc/hfu)

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