Wie Gaudí das Stadtbild von Barcelona erneuert hat

Ob Sagrada Família, Park Güell oder Casa Milà: Gaudís Bauwerke prägen Barcelonas Stadtbild. Seine Architektur wurde zum Sinnbild für die katalanische Unabhängigkeit. Und auch am 100. Todestag ist Gaudís Vision noch lebendig.

14 Türme winden sich spindelförmig in den Himmel. Der Blick folgt den sich emporwindenden Formen, fällt auf die Worte hymnischer Gesänge, auf «Sanctus»-Rufe, «Hosanna» und «Excelsis», und erahnt schliesslich die mit Kreuzen, Sternen und den geflügelten Symbolen der vier Evangelisten – Mensch, Löwe, Stier und Adler – bekrönten Turmspitzen. Atemberaubend und erdrückend zugleich wirkt die Fassade der Sagrada Familia. Im Februar dieses Jahres wurde ihr grosser Hauptturm fertiggestellt.

Mit 172,5 Metern Höhe überragt die Basilika in Barcelona nun alle anderen Kirchen der Welt. Nur der Montjuïc, der Hausberg der Stadt, überragt sie im Stadtbild um einen halben Meter. Eine bewusste Entscheidung ihres Erbauers Antonio Gaudí, denn der Mensch dürfe sich nicht über Gottes Schöpfung erheben. Am 10. Juni wird Papst Leo XIV. die Basilika feierlich weihen. Es ist Gaudís 100. Todestag und damit auch eine grosse Verbeugung der katholischen Kirche vor dem Genie des bis heute legendären Architekten.

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