Hightech-Fahrradhelm setzt auf Kampfpiloten-Tech

LifeBEAM

«SMART»: Dieser Helm misst die Vitaldaten. (Bild: LifeBEAM)

Tel Aviv – Das israelische Start-up LifeBEAM will Radfahrern das Messen ihrer Herzfrequenz für die optimale Abstimmung des Trainings erleichtern. Denn ein spezieller Fahrradhelm soll die bislang benötigten, bisweilen unbequemen Brustgurten unnötig machen. Der Helm setzt dazu auf einen speziellen optischen Sensor, wie ihn das Unternehmen für die Nutzung durch Piloten von Kampfjets und Astronauten entwickelt hat. Um den «SMART» auf den Markt zu bringen, hat LifeBEAM jetzt eine Crowdfunding-Kampagne auf IndieGoGo gestartet.

Unkompliziert an Vitaldaten
Ursprünglich hat LifeBEAM Lösungen für Luft- und Raumfahrt entwickelt, wo eine genaue Überwachung der Vitaldaten wirklich lebenswichtig sein kann. Nun will das Unternehmen seine Expertise erstmals auf den Sport- und Fitness-Bereich übertragen. Denn im Radsport kann die Messung der Herzfrequenz helfen, Überanstrengungen zu vermeiden und Trainingseinheiten richtig zu dosieren. Bisher war die gängige Lösung, einen speziellen Brustgurt zu tragen, der mit der Zeit unangenehm scheuern oder verrutschen kann. SMART verspricht den Vorteil, dass der Sensor einfach in den Helm verbaut ist, den vernünftige Radsportler ohnehin zur Sicherheit tragen.

LifeBEAM verbaut dazu in ein Modell des Sportausrüsters Lazer einen Sensor, der mittels einer optischen Messmethode zunächst den Puls ermittelt. Mittels speziellen Algorithmen, die zusätzliche Informationen unter anderem aus einem integrierten Bewegungssensor nutzen, ermittelt das System daraus die tatsächliche Herzfrequenz. Die Ergebnisse sind in der Genauigkeit mit den besten Brustgurten vergleichbar, so das Unternehmen. Die Daten überträgt der Sensor kabellos entweder über das bei Radcomputern gängige Protokoll ANT+ oder via Bluetooth 4.0, also auf Wusch auch direkt an das Smartphone und damit Fitness-Apps.

Massig Sensor-Möglichkeiten
Bis Ende April will LifeBEAM mittels Crowdfunding mindestens 50.000 Dollar sammeln, um den SMART Realität werden zu lassen. Gelingt das, will man den intelligenten Fahrradhelm in Folge deutlich weiterentwickeln. Da bereits ein Prozessor und ein Funkmodul verbaut sind, könnten dem Unternehmen zufolge auf Dauer diverse weitere Sensoren integriert und zusätzliche Funktionen realisiert werden. Denkbar sei dabei unter anderem auch eine Unterstützung für eine Head-up-Display – so, wie es in den Helmen von Kampfpiloten zum Einsatz kommt. (pte/mc/ps)

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