KI-Aktien: Anleger hinterfragen die hohen Erwartungen

Mariolina Esposito, Senior Portfolio Manager bei Eurizon. (Bild: Eurizon)

Von Mariolina Esposito, Senior Portfolio Manager bei Eurizon

Die jüngsten Marktkorrekturen spiegeln vor allem die aussergewöhnlich hohen Wachstumserwartungen wider, die bereits in den Bewertungen eingepreist sind. Gleichzeitig hinterfragen Anleger zunehmend, ob die umfangreichen Investitionen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) auf Dauer tragfähig sind und ausreichende Kapitalrenditen erzielen können.

Dabei wird das langfristige strukturelle Potenzial von KI nicht zwangsläufig infrage gestellt. Vielmehr rückt zunehmend in den Fokus, wie schnell sich mit diesen Investitionen Erträge erzielen lassen und ob das gesamte Ökosystem finanziell tragfähig ist. Märkte korrigieren tendenziell überzogene Bewertungen. Die Technologieblase des Jahres 2000 hat Anleger besonders dafür sensibilisiert, dass die Begeisterung für technologische Umbrüche zu unrealistischen Erwartungen und überhöhten Bewertungen führen kann.

Hinzu kommen markttechnische Faktoren und die Positionierung der Anleger. Die starke Konzentration der Investments auf diesen Sektor kann Gewinnmitnahmen und einen Abbau von Risiken verstärken und dadurch abrupte, mitunter undifferenzierte Verkaufswellen auslösen.

Auf die Korrekturen folgende Erholungen werden häufig dadurch begünstigt, dass sich der Fokus wieder stärker auf die Fundamentaldaten richtet, die Aussichten auf Gewinnwachstum bestätigt werden und die Bewertungen nach den Kursrückgängen wieder attraktiver sind.

Wir beurteilen die langfristigen strukturellen Perspektiven von KI weiterhin positiv. Aus unserer Sicht tritt der Markt jedoch in eine selektivere Phase ein. Für die Wertentwicklung einzelner Aktien werden die Fähigkeit, nachhaltig Gewinne und Cashflows zu erwirtschaften, sowie eine disziplinierte Kapitalallokation zunehmend an Bedeutung gewinnen. (Eurizon/mc/ps)

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