Raiffeisen: Das Horten von Bauland verschärft die Wohnungsnot

(Bild: Raiffeisen)

St. Gallen – In der Schweiz wird Bauland in erheblichem Umfang gehortet statt bebaut. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Raiffeisen Schweiz. Demnach wären die bestehenden unbebauten Wohnbauzonen ausreichend, um Wohnraum für bis zu 1,5 Millionen Personen zu schaffen.

Dennoch entsteht weniger als ein Drittel der neu erstellten Wohnungen auf unbebautem Land. Als Hauptgrund nennt Raiffeisen am Donnerstag die hohe Attraktivität der Baulandhortung.

In den vergangenen 25 Jahren hätte mit Horten von Bauland eine Rendite von 592 Prozent erzielt werden können und damit deutlich mehr als der Bau und die Vermietung eines Mehrfamilienhauses mit 400 Prozent. Und das bei einem tieferen Risiko, stellt Raiffeisen fest.

Das geltende Raumplanungsregime setze damit falsche Anreize und führe zu einer künstlichen Verknappung von Bauland, was die Bodenpreise zusätzlich in die Höhe treibe. Raiffeisen fordert grundlegende Reformen in der Raumplanung, bei der Baulandmobilisierung sowie im Mietrecht, um den strukturellen Wohnungsmangel zu entschärfen.

28 Jahre sparen
Zwar habe sich der Anstieg der Angebotsmieten 2025 infolge tieferer Zuwanderung und einer leicht rückläufigen Nachfrage abgeschwächt. Das in den vergangenen Jahren aufgelaufene Wohnungsdefizit bleibe jedoch bestehen. Mittel- bis langfristig sei aufgrund strukturell zu geringer Bautätigkeit erneut mit Engpässen und weiterem Aufwärtsdruck auf die Mieten zu rechnen.

Auch am Eigenheimmarkt verschärft sich laut Raiffeisen die Situation. 2025 verteuerten sich Eigentumswohnungen im Schnitt um 36’000 Franken, Einfamilienhäuser um 55’000 Franken.

Die notwendigen Eigenmittel wüchsen damit schneller als die Sparleistungen vieler Haushalte. Nachdem 2010 noch rund zehn Jahre Sparen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ausgereicht hätten, seien es heute 28 Jahre. (awp/mc/ps)

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