Robert Jakobs Wirtschaftslupe – Jahresrückschau 22: «What a Shitty Year!»

Von Robert Jakob

Blicken wir mal nicht wie letztes Jahr um dieselbe Zeit nach vorne, sondern zurück!

«What a Shitty Year!» Dabei fing alles noch gut an. Weil Silvio Berlusconi am ersten Schnapstag, dem 22. Januar 22, allen Spekulationen ein Ende bereitete und doch nicht zu den italienischen Präsidentschaftswahlen antrat. Seine dritte Botox-Injektion war danebengegangen, und als er in den Spiegel blickte, fühlte er sich plötzlich mit seinen 85 Lenzen zu alt für das Amt: Ein weiser Entschluss.

Weniger klug verhielt sich gut einen Monat später ein anderer alternder Botox-Fan (69). Der russische Oberhäuptling (Spitzname Botoxator) beschloss als letzten Akt seiner verunglückten Karriere als Selbstdarsteller, das Nachbarland in Schutt und Asche zu legen.

Wie schlimm muss es eigentlich sein, wenn man derjenige ist, der ihm den Filler reindrückt? Einmal «verspritzt», und schon landet man im Gulag. Das Schwarzschwan-Ereignis Ukrainekrieg hatte niemand auf der Pfanne, und so waren die Folgen für Börsen und Weltwirtschaft umso dramatischer. Schweizer Pensionskassen, Anlagestiftungen und Aktienfonds erleiden bis zum Jahreswechsel zweistellige Verluste.

Die durch die Kriegswirtschaft verschärfte Energiekrise trieb in den Frühlingsmonaten die Spritpreise nahe an die 2,50er – Marke heran. Einige radikale Schweizer denken seither über die Wiederaktivierung der Auto-Partei nach.

Schadenfrohe Elektroautofahrer holten im Sommer 2022 den Rechenschieber (spart Strom!) heraus und merkten, dass «Elektromost» im nächsten Jahr so teuer werden wird, dass sie wirtschaftlich nicht besser als ihre stinkenden Kollegen wegkommen.

A propos wegkommen: Ein schräger Brauch wird ab Spätsommer Mode. Junge Leute kleben sich an alles, was ihnen sprichwörtlich unter die Hände und Finger kommt, seien das Schnellstrassen, Fussballtorpfosten oder Flugzeuglandebahnen. Sie wollen damit auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam machen – wenn ich’s richtig verstanden habe.

Erneuerbare Energien bekommen Konkurrenz von Kohle und Atom. Botox ist an allem schuld.

24. Oktober: Der einheitliche Ladestandard USB-C für Smartphones und viele andere Geräte in der sog. Europäischen Union steht, zumindest ab Herbst 2024, endgültig vorläufig fest. Der Schritt soll Elektroschrott reduzieren. Was den Internetschrott anbelangt, so kauft Elon Musk doch tatsächlich vier Tage später Twitter. Weil die Anleger am Verstand des reichsten Mannes der Welt zweifeln, fällt von diesem Augenblick der Wert seiner Tesla-Aktien von 230 USD pro Stück um die Hälfte. Bis Jahresende schrumpft Teslas Marktkapitalisierung um 0,4 Billionen US-Dollar.

Endlich ist wieder Halloween: Zum 1. November ist die Kryptobörse FTX zahlungsunfähig. Der Hype (einst von Investoren mit 32 Milliarden Dollar bewertet) des selbsternannten Unternehmers Sam Bankman-Fried (der Name scheint Programm) bittet um Gläubigerschutz. Gläubigerschutz 😊: Selig sind die Armen im Geiste.

11. November: Die Karnevalszeit beginnt. Das deutsche statistische Bundesamt meldet den stärksten Preisanstieg seit 70 Jahren. Europaweit überschreitet die Inflation die 10 Prozent-Marke. Die Schweiz hält sich mit drei Prozent noch bedeckt. Unseren Statistikern sei Dank.

Wenn wir schon dabei sind: Zu Silvester verballerten die Schweizer (Frauen halten sich da dezent zurück) geschätzte zehn Millionen Franken. Ist doch jetzt ohnehin total egal, oder? Tröstlich: Immerhin kann die Schweiz auf das wärmste und sonnigste Jahr seit Messbeginn 1864 zurückblicken 😎.


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Das Titelbild ist eine modellierte Darstellung des Kampfes unseres Immunsystems gegen ein Virus. Immunglobuline (ypsilonförmig) und Zellsysteme attackieren den Feind.
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