Smog senkt Lebenserwartung und kostet Milliarden

CO2-Emissionen

Aarhus – Eine Zunahme an Schadstoffpartikeln in der Luft um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter kann die Lebenserwartung um neun bis elf Jahre verringern. Aktuelle Ergebnisse der Aarhus Universitet gehen damit von höheren Werten als bisher aus. Die Schätzungen der Kosten für die Wirtschaft unterscheiden sich jedoch aufgrund verschiedener Arten der Berechnung drastisch zwischen den USA und der EU.

USA: Ein Leben 6,5 Mio. Euro wert
Laut Forschungsleiter Mikael Skou Andersen ist die Berechnung der Kosten, die durch vorzeitige Todesfälle aufgrund von Luftverschmutzung entstehen, jedoch komplex und hat bisher zu sehr verschiedenen Einschätzungen geführt. Aufgrund der verschiedenen Methoden wird zum Beispiel davon ausgegangen, dass die Kosten der Luftverschmutzung in Zusammenhang mit dem Einsatz fossiler Brennstoffe in den USA drei Mal so hoch sind wie in der EU.

In den USA beruht die Kosten-Nutzen-Analyse auf der Zahl geretteter Leben. Jedes Leben wird derzeit mit 7,4 Mio. Dollar, rund 6,5 Mio. Euro veranschlagt. In Europa liegt der Fokus auf der Veränderung der Lebenserwartung. Die meisten Opfer der Luftverschmutzung sind über 70 oder 80 Jahre alt. Daher wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der verlorenen Jahre nur ein oder zwei beträgt. Die Folge sind deutlich niedrigere Schätzungen der Kosten.

Direkte Folgen für die Sterblichkeit
Für eine präzisere Berechung hat Andersen eine Lebenstafel von 100.000 Personen mit einer Altersverteilung eingesetzt, die der derzeitigen Bevölkerung entspricht. Damit werden die geschätzten Sterblichkeitsraten pro Alter sichtbar. Der Forscher legte die Zahl der Personen in jeder Altersgruppe fest, bei denen zu erwarten ist, dass die den Rest ihrer Lebenszeit erleben werden. Daraus wurde dann eine Gesamtsumme der zu erwarteten Lebensjahre berechnet.

Im nächsten Schritt simulierte der Forscher die Auswirkungen eines langfristigen Kontaktes mit erhöhter Luftverschmutzung auf die Sterblichkeit. Ergebnis: Das Durchschnittsalter bei Betroffenen liegt bei 78,9 Jahren. Ihr Verlust an Lebenserwartung beträgt neun bis elf Jahre. Bisherige Schätzungen waren von ein bis zwei Jahren ausgegangen. Im Vergleich dazu wird beim Verlust von Lebensjahren aufgrund von Todesfällen im Verkehr von 35 bis 40 Jahren ausgegangen. Details wurden im Fachmagazin «Ecological Indicators» veröffentlicht. (pte/mc/ps)

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