Stimmung bei Schweizer KMU bleibt angespannt

MEM-Industrie. (Foto: Swissmem)

St. Gallen – Die Stimmung unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat sich in den vergangenen Monaten auch in der Schweiz eingetrübt. Konkret belasten die hohen Energiekosten und die stockende Auslandsnachfrage den Geschäftsgang.

Im November veränderte sich der Raiffeisen KMU PMI im Vergleich zum Vormonat aber kaum und lag bei 50,1 Punkten (Vormonat 50,0), wie es am Donnerstag in einer Mitteilung von Raiffeisen heisst. Somit stagnierte die Geschäftslage der KMU faktisch den dritten Monat in Folge. Noch im Juli lag der Einkaufsmanagerindex sehr klar über der 50-Punkteschwelle, also der Grenze zwischen Wachstum und Kontraktion.

Unterschiede nach Subkomponenten
Was die Einschätzung der einzelnen Aspekte der Geschäftsaktivität anbelangt, so gab es im November im Vergleich zum Vormonat einige Unterschiede, wie die einzelnen Subkomponenten aufzeigen. So hat der Auftragsbestand nach drei Monaten wieder einmal zugenommen, wie Raiffeisen schreibt – auch wenn nur eine geringe Mehrheit der befragten KMU einen Anstieg vermeldet hat.

Der entsprechende Subindex ist aber von 50,0 auf 50,6 Punkte geklettert. Die Produktionskomponente verzeichnete zwar ebenfalls einen Anstieg (von 46,8 auf 48,1 Punkte), blieb aber zum vierten Mal in Folge im Kontraktionsbereich. Ausserdem sind die Lieferfristen nochmals länger geworden, während sich die Einkaufslager nicht mehr ganz so stark gefüllt haben wie im Vormonat.

Was die Beschäftigungssituation anbelangt, so schlägt sich das langsamere Wirtschaftswachstum auf die Beschäftigungspläne der KMU durch. Die Beschäftigungskomponente des KMU PMI sank im November zum zweiten Mal in Folge und notiert aktuell nur noch bei 46,9 Punkten und damit so tief wie seit Januar nicht mehr. Damals rollte die Omikron-Welle des Coronavirus über die Schweiz.

Durchwachsene Stimmung
Die Stimmung bei den KMU sei damit weiterhin durchwachsen und von grossen Ungewissheiten geprägt, lautet das Fazit der Raiffeisen-Ökonomen. Die globalen Lieferketten entspannten sich zwar langsam. Dafür belasteten nun aber die hohen Energiekosten die Unternehmensstimmung. Die Grosshandelspreise für Strom seien zuletzt zwar gesunken, blieben aber weiter auf erhöhten Niveaus. Und für die KMU in der Grundversorgung stiegen die Strompreise ab Januar im Durchschnitt um mehr als ein Viertel.

Für die exportorientierten KMU in der Schweiz nehme der Gegenwind ausserdem noch mehr zu, weil für Deutschland und die Eurozone als Ganzes für das angelaufene Winterhalbjahr eine Rezession erwartet werde.

Insgesamt kommen KMU nach wie vor schlechter weg als die Grossunternehmen, wie der Vergleich vom Raiffeisen KMU PMI zum ebenfalls am Donnerstag für die Gesamtwirtschaft von Procure.ch gemeinsam mit der Credit Suisse veröffentlichten Einkaufsmanagerindex zeigt. Gründe dafür sind wohl die hohen Energiekosten oder die stockende Auslandsnachfrage. (awp/mc/ps)

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