Urteil des US-Gerichtshof könnte Kaufkraft und Wachstum ankurbeln

Stephen Dover, Head of Franklin Templeton Institute. (Foto: Franklin Templeton)

Von Stephen Dover, Head of Franklin Templeton Institute

Am Freitag entschied der Oberste Gerichtshof, dass die Trump-Regierung mit der Anwendung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zur Verhängung umfassender Zölle ihre gesetzlichen Befugnisse überschritten hat. Die Entscheidung wird erhebliche Auswirkungen auf die Fundamentaldaten der US- und der Weltwirtschaft sowie auf die Kapitalmärkte haben.

Auswirkungen auf Investitionen

Die Märkte haben moderat positiv reagiert, und die anfängliche Logik ist einfach: Zölle sind Steuern. Zölle: drücken die Gewinnmargen von Unternehmen durch höhere Inputkosten, verringern die Nachfrage durch höhere Endpreise oder bewirken eine Kombination aus beidem – oft mit zusätzlichen Sekundäreffekten durch Störungen der Lieferkette und Unsicherheit.

Fiskalische Auswirkungen

Eine Zollsenkung ist bedeutend, aber nicht unbedingt ein dominanter fiskalischer Schock.

Rechtliche Auswirkungen und weitere Schritte

Während die Märkte zunächst positiv reagieren, hängen die längerfristigen Auswirkungen davon ab, wie das Urteil umgesetzt wird und wie die Regierung darauf reagiert. Unserer Meinung nach sind einige Fragen klar, während andere offen bleiben.

1) Wie es dazu kam

2) Abhilfemassnahmen und Rückerstattungen sind die grösste Unsicherheit auf kurze Sicht

Die heutige Entscheidung lässt offen, wie mit Abhilfemassnahmen umgegangen wird. Das wird von den Vorinstanzen zu entscheiden sein, wobei mögliche Berufungen die Entscheidung verzögern könnten.

3) Wer ist am stärksten betroffen – direkt und indirekt

Importintensive Branchen – Einzelhändler, Konsumgüterunternehmen und Hersteller, die auf importierte Vorleistungen angewiesen sind – sind am unmittelbarsten von der Entscheidung des Gerichts betroffen.
Die Wirtschaft insgesamt profitiert von geringeren Reibungsverlusten im Warenhandel, einem geringeren Druck auf die Vorleistungskosten und einer wahrscheinlichen Verringerung der Unsicherheitsprämie, die Investitionsentscheidungen belastet hat.

4) Dies ist nicht das Ende der Zölle

Der wichtigste politische Punkt ist, dass das heutige Urteil eine rechtliche Einschränkung darstellt – und keine vollständige, dauerhafte Umkehrung der US-Handels- und Zollpolitik.

Fazit

Die Entscheidung schränkt die „Notfall”-Zollinstrumente der Exekutive ein, beseitigt jedoch nicht das Zollrisiko. Der Gerichtshof hat der Trump-Regierung Spielraum gelassen, um Zölle wieder einzuführen, die mit dem Gesetz und der Verfassung vereinbar sind.

Für Anleger ist die Aufhebung der IEEPA-Zölle unserer Meinung nach eine gute Nachricht. Es handelt sich um eine Form der fiskalischen Lockerung, die wahrscheinlich die Kaufkraft und das Wachstum in vielen Wirtschaftssektoren ankurbeln wird. Dies dürfte den Preisdruck verringern und damit das Dilemma der Fed hinsichtlich ihres doppelten Mandats entschärfen. Zwar könnte die Unsicherheit in Bezug auf Zölle durch rechtliche Schritte wiederkehren, doch wurde der Umfang neuer Zölle in Bezug auf Höhe und Breite durch das heutige Urteil wahrscheinlich eingeschränkt. (Franklin Templeton/mc/ps)

Franklin Templeton

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