Viele bezahlen fürs Wohnen zuviel

Immobilien

(Foto: Unsplash)

Zürich – Die Faustregel besagt: Man sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Laut einer neuen Umfrage können sich in der Schweiz viele Mieter, aber auch einige Immobilienbesitzer nicht daran halten.

Aktuell geben 16 Prozent hierzulande mehr als ein Drittel ihres Bruttohaushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Bei den Mieterinnen und Mietern sind es satte 22 Prozent, bei den Haus- und Wohnungsbesitzerinnen und -besitzern 7 Prozent. Dies ergab eine repräsentative Umfrage unter gut 1000 Personen im Auftrag des Onlinedienstes Comparis.

Die gängige Budgetregel sei besonders für Geringverdiener eine Herausforderung, so das Communiqué weiter. Laut der Studie liegen 36 Prozent mit einem Bruttohaushaltseinkommen von bis zu 4000 Franken über dem empfohlenen Wert.

Drittelregel als wichtiger Warnwert
«Die Drittelregel ist kein Naturgesetz, aber sie ist ein wichtiger Warnwert», wird Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser zitiert. Wer dauerhaft darüber liege, müsse bei anderen wichtigen Budgetposten sparen, möglicherweise sogar bei Gesundheitsausgaben oder der Vorsorge. Zudem drohe ein Engpass bei unerwarteten Ausgaben.

Bemerkenswert ist gemäss Comparis aber auch, dass bei den Immobilienbesitzern die Drittels-Regel nicht immer eingehalten wird. Banken müssten vor der Vergabe einer Hypothek prüfen, ob die Finanzierung langfristig tragbar sei. Und dabei rechneten sie in der Regel nicht mit dem aktuellen Hypothekarzins, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent – was deutlich über dem heutigen Marktniveau liegt.

Eine Tragbarkeitsrechnung sei immer eine Momentaufnahme, erklärt sich Comparis das Ergebnis der Umfrage. Wenn später ein Einkommen wegfalle, sich ein Paar trenne, jemand das Arbeitspensum reduziere oder pensioniert werde, könne eine ursprünglich tragbare Finanzierung plötzlich eng werden. (awp/mc/pg)

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