VP Bank Spotanalyse: Benzinpreise heizen US-Inflation an

Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank, Moneycab)

Im Mai sind die Konsumentenpreise in den USA um 4.2 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat ist das eine, das andere ist die Preisentwicklung im direkten Monatsvergleich – und hier gibt es eine positive Botschaft.

von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Erwartungsgemäss sind die Preise gegenüber April um 0.5 % gestiegen, was massgeblich auf die höheren Energiepreise zurückzuführen ist. Die Kraftstoffpreise stiegen im Mai erneut deutlich um 7 % im Monatsvergleich. Und auch Flugticketpreise legen gegenüber April um 2.7 % zu. Die Fluggesellschaften geben die gestiegenen Kerosinkosten an die Kunden weiter.

Rechnet man allerdings die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise aus der Inflationsrate heraus (Kernrate), so sind die Preise gegenüber April lediglich um 0.2 % gestiegen, was einem gewöhnlichen monatlichen Anstieg entspricht.

Die vielgefürchteten Zweitrundeneffekte sind bislang also nicht sichtbar. Dies dürfte die Märkte und die Mitglieder der US-Notenbank beruhigen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Kerninflationsrate marginal von 2.8 % auf 2.9 %.

An den Märkten dürften die Spekulationen über eine Fed-Zinserhöhung im laufenden Jahr in Anbetracht der lediglich moderaten Entwicklung der Kerninflationsrate zwar nicht unbedingt neue Nahrung erhalten, aber auch nicht verschwinden.

Moderate Zinserhöhungen könnten ökonomisch sinnvoll sein, alleine um einen etwaigen weiteren Anstieg der Inflationserwartungen einzudämmen. Ob im Offenmarktausschuss der Federal Reserve allerdings eine Zinserhöhung eine Mehrheit finden wird, bleibt zu bezweifeln. Vermutlich dürfte die Fed im Juni, erstmals unter dem neuen Präsidenten Kevin Warsh, bei ihrer abwartenden Haltung bleiben. Ein Bekenntnis zu einer baldigen Zinserhöhung wird es nicht geben. (VP Bank/mc/pg)

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