Von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Die neuen Massnahmen aus Washington stellen Unternehmen vor grosse Herausforderungen.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat am vergangenen Freitag einen Teil der von der Regierung erhobenen Zölle als rechtswidrig eingestuft. US‑Präsident Donald Trump reagierte am selben Abend und kündigte Zölle von 10% an. Am Samstag hob er den Satz bereits auf 15% an. Er stützt sich dabei auf Abschnitt 122 des Trade Acts von 1974. Diese Regel erlaubt einen zusätzlichen Zoll von 15% für 150 Tage.
Die USA haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Handelsabkommen mit anderen Staaten geschlossen. Nun ist unklar, welche Regeln jetzt gelten. Der Handelsausschuss des EU‑Parlaments sollte am Dienstag die neuen Zollvereinbarungen mit den USA bestätigen. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen trifft sich jedoch heute zunächst das EU‑Verhandlungsteam zu einer Sondersitzung. Auch der Schweizer Bundesrat will die Lage zunächst analysieren.
Offen bleibt, wie die USA mit den bereits vereinnahmten Zöllen umgehen. Rückforderungen könnten Milliarden erreichen. Die Universität von Pennsylvania schätzt die Summe der erhobenen Zölle auf 175 Mrd. US‑Dollar.
Zum Wochenbeginn herrscht daher grosse Unsicherheit. Besonders betroffen sind Unternehmen, die aktuell Waren in die USA versenden. Sie wissen nicht, welche Bedingungen für ihre Lieferungen gelten. Im schlimmsten Fall halten Firmen ihre Waren zurück. Der globale Handel bleibt damit belastet. Viele Regionen setzen deshalb stärker auf ihre binnenwirtschaftlichen Kräfte. (VP Bank/mc/ps)
