Lebenserwartung wirkt sich am stärksten auf AHV-Finanzen aus

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(Foto: Unsplash)

Zürich – Die Finanzierungslücke der AHV hängt stark von der demografischen Entwicklung ab. Die Migration hat dabei laut der UBS den geringsten Einfluss, die Lebenserwartung den höchsten.

Zu diesem Schluss kommt die am Donnerstag veröffentlichte Studie «AHV 2030» des UBS Vorsorgeforums. Untersucht wurden verschiedene «Demografie-Szenarien» und deren Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität der AHV.

Die Analyse spielt dabei für die Faktoren Geburtenrate, Lebenserwartung und Migration niedrige und hohen Szenarien durch.

AHV demografisch nicht zu retten
«Generell stellen wir fest, dass die Lücke in der AHV durch kein noch so positives demografisches Szenario restlos zu schliessen ist», sagte Veronica Weisser, Ökonomin und Vorsorgeexpertin bei der UBS anlässlich einer Medienkonferenz.

Das heisst: Auch mit einer höheren Geburtenrate, einer niedrigeren Lebenserwartung und einer hohen Migration sind die AHV-Finanzen nicht vollständig zu retten.

Die Frage sei daher gewesen, welcher dieser Faktoren den stärksten Einfluss auf die Entwicklung der Finanzierungslücke in der Altersvorsorge hat. Dazu geht die UBS in ihrem Basisszenario von einer Verschuldungsquote bei der AHV gemessen am BIP von 88,2 Prozent aus.

Alterung entscheidend
Von den drei demografischen Faktoren Fertilität, Lebenserwartung und Migration hat laut der UBS die Alterungsentwicklung der Gesellschaft den grössten Einfluss.

Steigt die durchschnittliche Lebenserwartung stärker als erwartet, klettert die Finanzierungslücke auf 127,5 Prozent. Bei einer niedrigeren Lebenserwartung fällt sie hingegen auf 49,5 Prozent.

Den zweitwichtigste Faktor ist die Geburtenrate. Sollte diese unter den Erwartungen ausfallen, steigt die Quote auf 98 Prozent. Würden indes mehr Kinder geboren als angenommen, senkt dies die Finanzierungslücke bis 2030 auf 74,1 Prozent des BIP.

Migration kaum Einfluss
Den mit Abstand geringsten Einfluss hat derweil die Migration. Egal, ob weniger oder mehr Personen in die Schweiz ziehen als prognostiziert: Die Quote würde nur zwischen 95,2 und 81,1 Prozent schwanken.

Bei den Berechnungen und Annahmen der verschiedenen Szenarien stützt sich die UBS auf die Prognosen des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Eine höhere Lebenserwartung und somit mehr Rentenbezüger und eine alternde Gesellschaft sind also die grössten Herausforderungen für die AHV, fasste UBS-Ökonomin Weisser die Befunde zusammen. Und die AHV sei – egal in welchem Szenario – ohne weitere Reformen «nicht generationengerecht» zu gestalten.

Weisser stellte gleichzeitig fest: «Die Alterung der Gesellschaft erhält aber gemäss den Ergebnissen unserer Studie nicht immer den Stellenwert in der Debatte um die Altersvorsorge, die sie einnehmen müsste.» (awp/mc/ps)

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