Bern – Die Postfinance hat im ersten Halbjahr 2026 unter dem Strich etwas weniger verdient. Gleichzeitig flossen dem Institut weitere Kundengelder zu.
Der Geschäftserfolg als Mass der operativen Leistung sank um gut 16 Prozent auf 113 Millionen Franken, wie dem am Donnerstag publizierten Halbjahresbericht der Postfinance zu entnehmen ist. Unter dem Strich resultierte ein 6 Prozent tieferer Reingewinn von 103 Millionen Franken.
Insgesamt schrumpfte der Geschäftsertrag im ersten Semester um 6 Prozent auf 613 Millionen Franken. Der Überschuss aus dem Zinsgeschäft als wichtigste Ertragsquelle lag bei 285 Millionen Franken und damit 34 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert.
Allerdings hatte die Umstellung der Rechnungslegungsvorschriften für Banken im Vorjahr zu einem Sonderertrag von 37 Millionen geführt. Um diesen Effekt bereinigt sei der Zinserfolg leicht gesteigert worden, betonte das Institut. Und das trotz Nullzinsumfeld.
Gleichzeitig stiegen die Erträge im zinsunabhängigen Geschäft: Das Kommissions- wie Dienstleistungsgeschäft sowie das Handelsgeschäft lagen über dem Vorjahr. Getrieben hätten das Anlagegeschäft, E-Trading sowie eine verstärkte Nutzung der Debit Card von Postfinance. Die Diversifikation der Erträge schreite voran, stellte Postfinance fest.
Kostensenkung und Sonderertrag
Geholfen haben auch Kosteneinsparungen. Der Geschäftsaufwand sank nach Angaben der Bank um 11 Millionen auf 477 Millionen Franken. Der tiefere Aufwand stabilisierte das Ergebnis, so Postfinance.
Dazu kam ein ausserordentlicher Ertrag von 85 Millionen Franken aus dem Verkauf der verbleibenden Beteiligung von 1,5 Prozent am Onlinebroker Swissquote. Gleichzeitig wies die Postfinance 60 Millionen Franken der Reserve für allgemeine Bankrisiken zu.
Die Postfinance hatte sich bereits 2014 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit damals gemeldeten 5,26 Prozent an Swissquote beteiligt. Denn Swissquote sollte die technische Handelsplattform für das E-Trading von Postfinance betreiben und die Börsenaufträge der Postfinance-Kunden abwickeln – was sie auch in Zukunft tun wird. Nun ist die Postfinance wieder ganz ausgestiegen aus der Beteiligung.
Kundenvermögen gewachsen
Die Kundenvermögen der Postfinance stiegen seit Ende 2025 um 3,7 Milliarden Franken auf 117,5 Milliarden. Insbesondere das Volumen der zinsunabhängigen Anlageprodukte sei um 2,1 Milliarden gestiegen. Diese machen nun 25,3 Milliarden Franken an den Kundenvermögen aus. (awp/mc/ps)
