St. Galler Kantonalbank erhöht Gewinn im Halbjahr

Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung St. Galler Kantonalbank. (Foto: SGKB)

St. Gallen – Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) hat im ersten Halbjahr 2019 die Gewinnzahlen verbessert. Im Hypothekarmarkt war die Bank in den ersten sechs Monaten zudem schnell unterwegs. Für das Gesamtjahr gibt sich das Institut angesichts der anhaltenden Tiefzinssituation allerdings zurückhaltend.

Der Geschäftserfolg, der dem Betriebsergebnis entspricht, lag nicht zuletzt dank klar tieferer Kosten mit 100,0 Millionen Franken um 5,6 Prozent über dem Vorjahreswert, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Semesterergebnis des Ostschweizer Instituts zu entnehmen ist. Unter dem Strich resultierte ein um 1,1 Prozent höherer Konzerngewinn von 82,5 Millionen Franken.

Verbessertes Zinsengeschäft
Insgesamt erwirtschaftete das Kantonsinstitut einen um 1,1 Prozent gestiegenen Betriebsertrag von 237,2 Millionen Franken. Dabei konnte es im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, das Netto-Ergebnis bei einem weiteren Wachstum der Ausleihungen um 1,3 Prozent auf 152,0 Millionen erhöhen.

Dagegen entwickelte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-4,9% auf 57,7 Millionen) rückläufig. Profitieren konnte die Bank im Handelsgeschäft (+14 Prozent auf 20,1 Millionen) dagegen von der positiven Performance eines bankeigenen Vermögensverwaltungsmandates.

Auf der Kostenseite profitierte die SGKB vom Wegfall der Ausgaben für das 150-Jahr-Jubiläum der Bank vom vergangenen Jahr wie auch von tieferen IT-Kosten, die den Sachaufwand deutlich nach unten drückten. Die Personalkosten (-0,2%) lagen dagegen fast auf Vorjahreshöhe. Insgesamt ging der Geschäftsaufwand um 3,4 Prozent auf 129,1 Millionen Franken zurück.

Neugeldabfluss
Die Bilanzsumme der Kantonalbank erhöhte sich gegenüber Ende 2018 um 3,0 Prozent auf 33,1 Milliarden Franken. Das Hypothekargeschäft zog dabei deutlich an, die Hypothekarforderungen stiegen gegenüber dem Jahresende 2018 um 2,7 Prozent.

Bei den Kundenvermögen musste die SGKB einen leichten Neugeldabfluss von 0,7 Milliarden vermelden, was allerdings ausschliesslich auf den Abgang eines institutionellen Grosskunden zurückzuführen sei, wie es heisst. Daneben habe sich das ordentliche Neugeschäft «erfreulich» entwickelt. Die verwalteten Vermögen lagen mit 44,3 Milliarden klar über dem Stand von Ende Jahr (42,3 Millionen).

Vergleich in Deutschland
In Deutschland kann die Kantonalbank eine einvernehmliche Einigung mit den Justizbehörden von Nordrhein-Westfalen in Zusammenhang mit Vermögenswerten deutscher Kunden vermelden. Die Einigung habe Rechtskraft für alle Bundesländer Deutschlands. Sie schliesst eine Zahlung von 3,1 Millionen Euro ein, die laut den Angaben durch Rückstellungen gedeckt ist und entsprechend das Geschäftsergebnis des laufenden Jahres nicht belasten soll.

Die SGKB rechne aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und aktueller Konjunkturprognosen nicht mit einer SNB-Zinserhöhung vor 2022, entsprechend werde die Tiefzinssituation weiterhin eine Herausforderung für das Kerngeschäft der SGKB darstellen, schreibt die Bank. Für das Jahr 2019 erwarte sie ein «operatives Ergebnis im Rahmen des Vorjahres». Unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen und Rückstellungen, deren Auflösungen 2018 «aussergewöhnlich hoch» waren, werde ein Konzerngewinn leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Abgang in Geschäftsleitung
In der SGKB-Geschäftsleitung kündigt die Kantonalbank den Abgang von Felix Buschor an, dem Leiter des «Service Center». Er werde Ende 2020 auf eigenen Wunsch in Pension gehen. Buschor war seit 2008 Mitglied der SGKB-Geschäftsleitung. (awp/mc/ps)

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