Vaduz – Die deutschen Exporte gehen im Januar um 2.3% gegenüber dem Dezember 2025 zurück. Der Jahresauftakt ist für die deutsche Industrie ernüchternd. Auftragseingänge, Industrieproduktion und Exporte – alles im Minus. Doch im Detail gab es bei den Exporten durchaus positive Nachrichten. So legten die Ausfuhren in die USA im Januar gegenüber dem Dezember um deutliche 11.7% zu. In Anbetracht der Zollquerelen ist dies durchaus beachtlich.
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Das Export-Minus basiert derweil vor allem auf rückläufige Ausfuhren in die EU-Staaten und nach China. In die Volksrepublik wurden im Januar 13.2% weniger Waren geliefert, was einen deutlichen Rückgang darstellt.
Der verkorkste Jahresstart sollte nicht fehlinterpretiert werden. Noch immer sind die Vorzeichen günstig für höhere gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten. Die Auftragseingänge hatten zum Jahresende 2025 einen äußerst guten Lauf und in Anbetracht der öffentlichen Mittel für Rüstung und Infrastruktur werden sich die Auftragsbücher in den kommenden Monaten weiter füllen. Zwar werden nicht alle Industrien in gleichem Maße davon profitieren, für das Wachstum als gesamtes brechen aber bessere Zeiten an.
Für die Exportwirtschaft wird entscheidend sein, ob sich die Zollkonflikt beruhigen und ob die Ölpreise fallen. Höhere Energiekosten wären für das globale verarbeitende Gewerbe eine schwerwiegende Belastung. Eine daraus resultierende geringe Investitionsneigung würde gerade die deutsche Industrie deutlich treffen. (VP Bank/mc/hfu)
