Zurich stösst mit Beazley-Kaufangebot erneut auf Widerstand

Beazley-CEO Adrian Cox. (Bild: Beazley/mc)

London / Zürich – Der Versicherungskonzern Zurich will das lukrative Geschäft mit Spezialversicherungen ausbauen und möchte dies mit dem Zukauf der britischen Beazley-Gruppe beschleunigen. Allerdings stösst auch eine aufgebesserte Kaufofferte beim Verwaltungsrat der Briten auf Widerstand.

Anfang Woche hatte sich die Zurich mit einem Barangebot von 1280 britischen Pence je Beazley-Aktie an die Aktionäre des britischen Spezialversicherers gerichtet. Auch diese Offerte sei mit Blick auf die langfristigen Aussichten aber «erheblich unterbewertet», teilte der Beazley-Verwaltungsrat nun am Donnerstag mit.

Die Zurich selber gibt zu den neusten Entwicklungen noch keinen Kommentar ab, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP hiess. Die Gruppe will mit Beazley und den eigenen Aktivitäten in Bereichen wie Infrastruktur, erneuerbare Energien oder Cyber zu einem weltweit führenden Anbieter aufsteigen.

Erneute Gegenwehr
Der Beazley-Verwaltungsrat hatte bereits eine Anfang Jahr, nicht öffentlich gemachte Offerte in Höhe von 1230 Pence als zu tief bewertet. Zudem hatte er laut den eigenen Angaben bereits Ende Juni Vorschläge der Zurich abgelehnt, die Beazley mit 1315 Pence je Aktie und gesamthaft mit 8,4 Milliarden Pfund bewertet hätten. Das aktuelle Angebot hat einen Gesamtwert von knapp 7,8 Milliarden Pfund oder gut 10 Milliarden US-Dollar.

Der Verwaltungsrat lege den Fokus «voll und ganz auf die Maximierung des Aktionärswerts», so die Stellungnahme weiter. Beazley sei weltweit «hervorragend positioniert». Zudem seien Rückmeldungen von Aktionären zur Kenntnis genommen worden und man sei für alle Optionen offen, die zur Wertsteigerung beitragen.

Ausbau der Spezialversicherungen
Die Zurich hatte in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Spezialversicherungen ausgebaut und am Investorentag im November betont, dass weiter in diesen Bereich mit «attraktiven Margen» investiert werde. Beazley könnte der nächste grosse Schritt in den Bemühungen sein.

«Wir haben die Prämieneinnahmen im Specialty-Geschäft bis 2024 auf rund 9 Milliarden Dollar ausgebaut und würden mit Beazley ein Volumen von rund 15 Milliarden erzielen. Damit könnten wir zum weltweit führenden Anbieter in diesem Bereich aufsteigen», sagte Zurich-Chef Mario Greco am Montag im Gespräch mit AWP.

Für Beazley bietet die Zurich laut Greco eine breit abgestützte Distributionsplattform. Zudem verfüge der Konzern über das nötige Kapital, um ins Wachstum der Briten zu investieren. Kostensenkungen oder ein Stellenabbau stünden bei einer Übernahme nicht im Fokus, betonte Greco.

An der Börse hatten die Beazley-Aktien am Montag mit einem Kurssprung von über 40 Prozent auf 1170 Pence reagiert. Seither haben die Titel nachgegeben und liegen am Donnerstag gegen 11 Uhr noch bei 1110 Pence (-1,2%). Die Zurich-Papiere wichen derweil weder am Montag noch im heutigen Handel deutlich vom Gesamtmarkt ab und legen aktuell 1,2 Prozent auf 561 Franken zu (SMI: +1,0%). (awp/mc/ps)

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