Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit hat für die Organisation der Gesundheitsversorgung im Kanton ein neues Leitbild erstellt. Die Zusammenarbeit der Anbieter in den Gesundheitsversorgungregionen soll gestärkt und die Rolle der öffentlichen Spitäler in den Regionen klarer definiert werden. Die Umsetzung der im Leitbild aufgeführten strategischen Ziele ist mit Investitionen und Gesetzesanpassungen verbunden.
Der Kanton hält ausdrücklich an der dezentralen Versorgung fest. Die Gesundheitsversorgungsregionen und damit die integrierte Versorgung im Gesundheitswesen soll über den ganzen Kanton hinweg konsequent umgesetzt werden. «Mit der integrierten Versorgung gewinnen sowohl die Bevölkerung als auch die Institutionen. Das zeigt sich dort, wo der Prozess schon stattgefunden hat», sagt Peter Peyer, Vorsteher des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit.
Das Gesundheitsleitbild zeigt in verschiedenen Bereichen Handlungsbedarf auf und definiert für die nächsten zehn Jahre fünf strategische Ziele.
Herausforderungen im Rettungswesen und in der Geburtshilfe
Handlungsbedarf besteht unter anderem bei der Weiterentwicklung des Rettungswesens und in der Geburtshilfe. Für das Rettungswesen wird eine Arbeitsgruppe verschiedene Varianten der künftigen Organisation erarbeiten. Bei der Geburtshilfe geht es darum, dass die Sicherheit für werdende Mütter über den ganzen Kanton hinweg gewährleistet werden kann. Einerseits sind die Bedürfnisse junger und werdender Familien nach wohnortnaher Betreuung angemessen zu berücksichtigen. Andererseits sind gleichzeitig die grösstmögliche Sicherheit und Qualität zu gewährleisten sowie dem Fachkräftemangel und der nötigen Praxiserfahrung von Hebammen Rechnung zu tragen. Das Leitbild empfiehlt, nicht alle Geburtsabteilungen weiter zu betreiben.
Die psychiatrischen Dienste sollen verstärkt die dezentralen Institutionen mit Fachpersonen und Know-How-Transfer unterstützen. Im Bereich der Hausarztmedizin wird die Möglichkeit, Medikamente abzugeben, geprüft. Zudem sollen insbesondere in der Peripherie neue Lösungen für den hausärztlichen Notfalldienst erarbeitet werden.
Steuerung Kantonsspital
Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) hat eine doppelte Funktion inne: Einerseits stellt es die Grundversorgung für die Region Chur und das Churer Rheintal sicher, andererseits ist es das Zentrumsspital für Zuweisungen aus den Regionalspitälern. Das Leitbild sieht vor, die Steuerung des KSGR durch den Kanton als wesentlicher Finanzierer für den Bereich der Zentrumsleistungen neu zu definieren.
Weiter bildet das Gesundheitsleitbild eine Grundlage für die Spitalplanung, welche das Gesundheitsamt im Frühjahr 2026 gestartet hat. Gemäss der derzeitigen Planung soll die neue Spitalliste 2028 in Kraft gesetzt werden können.
Strategische Handlungsfelder
Das Gesundheitsleitbild 2026-2036 beschreibt fünf strategische Handlungsfelder mit entsprechenden Zielen. Diese betreffen:
- Integrierte Versorgung und regionale Versorgungssicherheit
- Demografie und Fachkräfte
- Angebot und Kooperationen
- Digitale Transformation
- Finanzierung und regulatorische Gestaltungsspielräume
Die Umsetzung des Gesundheitsleitbilds ist zudem mit gezielten Investitionen verbunden. Die strukturellen Anpassungen und neue Kooperationsmodelle eröffnen mittel- bis langfristig Effizienzgewinne und sollen helfen, die Kosten zu stabilisieren.
Das Leitbild soll mit verschiedenen Gesetzgebungsprozessen, die nun gestartet werden, verbindlich gemacht werden. «Das Gesundheitswesen unterliegt einem rasanten Wandel. Zudem stehen wir im Kanton vor grossen demographischen Herausforderungen. Mit dem Leitbild wollen wir diese Entwicklungen vorausschauend in die Planung einbinden», sagt Regierungsrat Peter Peyer.
Beilagen:
- Gesundheitsleitbild: www.gesundheitsleitbild.gr.ch
