British-Airways-Mutter IAG erleidet wegen Corona Milliardenverlust

IAG-CEO Willie Walsh. (Foto: IAG)

London – Der Zusammenbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hat auch der British-Airways-Mutter IAG im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 2,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 736 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Mutterkonzern der Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am Freitag in London mitteilte. Nachdem der Umsatz um 89 Prozent auf 741 Millionen Euro einbrach, zogen Abschreibungen auf ältere Flugzeuge und Zubehör in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro das Ergebnis zusätzlich in den Keller.

So hat British Airways alle ihre 32 Jumbo-Jets vom Typ Boeing 747 mit sofortiger Wirkung stillgelegt, und Iberia verabschiedet sich von ihren 15 Airbus A340. Die grossen vierstrahligen Jets galten ohnehin als kaum rentabel. Weil sich der Flugverkehr auf der Langstrecke noch langsamer erholen dürfte als im Europaverkehr, sieht IAG-Chef Willie Walsh keinen Sinn darin, die Maschinen überhaupt noch einzusetzen.

Weiterhin keine Prognose für 2020
Eine Geschäftsprognose für das laufende Jahr traut sich der Manager weiterhin nicht zu. Im zweiten Quartal sei der Passagierverkehr des Konzerns um 98,4 Prozent eingebrochen und damit noch stärker als das um 95,3 Prozent zusammengestrichene Flugangebot. Walsh erwartet, dass es mindestens bis zum Jahr 2023 dauert, bis der Flugverkehr wieder das Niveau von 2019 erreicht.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Die Aktie büsste rund fünf Prozent auf 171,50 Pence ein. Damit nähert sich der Kurs nach dem Zwischenhoch im Juni von mehr als 300 Pence wieder dem Corona-Crash-Tief von 159,30 Pence. Anfang des Jahres – also vor der Corona-Krise – hatte das Papier noch fast 700 Pence gekostet.

Kapitalerhöhung
Um die schwierige Zeit zu überstehen, will der Konzern seine Bilanz nun mit einer Kapitalerhöhung von bis zu 2,75 Milliarden Euro stärken. Ende Juni verfügte IAG nach eigenen Angaben über eine Liquidität von 8,1 Milliarden Euro. Die Konzernspitze erwartet, dass der Netto-Geldabfluss im operativen Geschäft im vierten Quartal gestoppt wird.

Die Folgen der Pandemie haben IAG wie Fluggesellschaften rund um den Globus schwer getroffen. Airlines fehlt es vorn und hinten an Geld. IAG will deshalb tausende Jobs streichen. Vergangene Woche hatte der Konzern bereits eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem Kreditkartenanbieter American Express bekannt gegeben, durch die IAG insgesamt 750 Millionen britischen Pfund (828,5 Mio Euro) zufliessen sollen. (awp/mc/ps)

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