Frankfurt – Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Rohölförderung im Juni auf einen Rekordstand erhöht. Die Reaktion auf den Iran-Krieg fiel damit deutlich stärker aus, als in den Nachbarländern am Persischen Golf. Das Land förderte im Juni durchschnittlich 4,1 Millionen Barrel pro Tag, wie die Internationale Energieagentur in ihrem Monatsbericht am Freitag mitteilte.
Damit wurde die bisherige Tageshöchstfördermenge von 4 Millionen Barrel aus dem Jahr 2020 übertroffen. Damals hatte das Land während eines kurzen Preiskriegs mit Saudi-Arabien das Angebot erhöht. Die Emirate sind zum 1. Mai 2026 aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ausgetreten. Sie sind damit auch nicht mehr an Förderquoten gebunden.
Abu Dhabi nutzt seine eigene grosse Flotte und hat auch zusätzliche Schiffe angemietet. Viele der Schiffe hatten ihre digitalen Transponder ausgeschaltet, um das Rohöl unbemerkt aus dem Persischen Golf zu transportieren, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das zusätzlich Rohöl am Weltmarkt dämpfte die Preisentwicklung.
Das globale Rohölangebot ist im Juni um 4,1 Millionen Barrel je Tag im Vergleich zum Vormonat gestiegen, berichtet die IEA. Es liegt aber immer noch 9,4 Millionen Barrel je Tag unter dem Vorjahresniveau. Die vorübergehende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat offenbar zu einem gestiegenen Ölangebot beigetragen. Zudem stiegen auch die globalen Rohölbestände an. Die IEA sieht auch ein niedrigeres Angebotsdefizit im Jahr 2026 als zuletzt. (awp/mc/pg)
