Rückzahlung von US-Zöllen: Philips erhöht Margenprognose

Roy Jakobs

Roy Jakobs, CEO Philips. (Bild: Philips)

Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips hat seine Renditeziele für das laufende Jahr wegen der Rückzahlung von US-Zöllen angehoben. Die bereinigte Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) soll nun 13,5 bis 14,0 Prozent erreichen, wie der Konkurrent von Siemens Healthineers am späten Montagabend mitteilte. Zuvor hatte die Prognose jeweils einen Prozentpunkt niedriger gelegen. Auch für den freien Mittelzufluss zeigte sich das Management nun zuversichtlicher. Die Umsatzprognose blieb hingegen bestehen.

Im zweiten Quartal stieg die bereinigte operative Marge (Ebita) um vier Prozentpunkte auf 16,4 Prozent. Dabei machte die Rückzahlung von unrechtmässig erhobenen US-Zöllen 4,2 Prozentpunkte aus. Bereinigt darum ging die Marge leicht zurück, übertraf jedoch die Prognosen der Analysten.

Vorstandschef Roy Jakobs verwies auf ein starkes Auftragswachstum in Europa. Allerdings hätten sich Grossaufträge im Bereich Connected Care in das dritte Quartal verschoben, was den gesamten Auftragseingang belastet habe.

Philips bemüht sich derzeit um mehr Effizienz, um Zölle sowie die durch die Konflikte im Nahen Osten gestiegenen Kosten für Fracht, Energie und Kunststoffe auszugleichen. Dabei hat das Unternehmen einzelne Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Die Versorgung mit Helium – einem Gas, das in vielen medizinischen Scannern von Philips und seinen Wettbewerbern verwendet wird – ist zudem durch ein vorübergehendes chinesisches Exportverbot unter Druck geraten. Auch ist das Gas wegen der Sperrung der Strasse von Hormus teurer geworden.

Philips‘ Umsatz stieg im zweiten Quartal um ein Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis – währungs- und portfoliobereinigt – lag das Plus bei vier Prozent. Dabei belastete weiter das schwierige China-Geschäft: In der Region gingen die Umsätze der grössten Sparte Diagnosis and Treatment, die CT-, Ultraschall- und MRT-Geräte herstellt, zurück.

Unter dem Strich verdiente Philips 386 Millionen Euro nach 240 Millionen Euro im Vorjahr. Siemens Healthineers legt am Freitag Quartalszahlen vor. (awp/mc/ps)

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