Transformation der Produktion schafft Welt der zwei Geschwindigkeiten

Markus Stricker

Markus Stricker, Partner und Managing Director von A.T. Kearney Schweiz. (Foto: A.T. Kearney)

Zürich – „Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange – allerdings herrscht ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Ländern“, kommentiert Markus Stricker, Partner und Managing Director von A.T. Kearney Schweiz, zum Beginn des Weltwirtschaftsforums. „Die 25 führenden Länder sind für über 75% der globalen Wertschöpfung verantwortlich, während 90% der Länder aus Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Eurasien nur schlecht auf den Wandel der Produktion vorbereitet sind.“

Zum Auftakt der Konferenz veröffentlichen das World Economic Forum und A.T. Kearney einen gemeinsamen Bericht zur Lage der globalen Produktion (Readiness for the Future of Production Report 2018). Er bewertet, wie gut globale Volkswirtschaften auf die Veränderungen in der Produktion vor-bereitet sind und wie sie davon zukünftig profitieren. Das Ranking bewertet die Produktionsstruktur und Produktionstreiber (relevante Schlüsselfaktoren wie Technologie & Innovation, Humankapital oder globale Investitionen).

Der Bericht zeigt: Japan ist weltweit führend bei der Produktionsstruktur, während die USA die Chancen der Industrie 4.0 am besten für sich nutzt, um Produktionssysteme zu verändern und voranzutreiben. Die Schweiz kann sich in beiden Bereichen über starke Positionen im Ranking freuen: Platz 4 bei der Produktionsstruktur sowie Platz 3 bei den Produktionstreibern.

Schweiz führend beim Faktor „Humankapital“
Ausschlaggebend hierfür: Die Schweiz ist führend beim Faktor „Humankapital“ (Ausbildung, Arbeitsmarkt, Attraktivität für Talente) und nimmt Spitzenplätze ein bezüglich „Technologie & Innovation“ und „Nachhaltige Ressourcen“. Damit kann sie auch den Nachteil des im Vergleich zu den anderen führenden Nationen insgesamt kleineren produzierenden Sektors ausgleichen. Stricker bewertet das Ergebnis vor allem im Hinblick auf die Chancen der Industrie 4.0: „Die Schweiz war eines der ersten Länder, das die Digitalisierung und Vernetzung von Produkten getrieben hat und bis heute treibt. Das zahlt sich langfristig aus.“

Neben Gewinnern wie der Schweiz, lässt die Transformation von Produktionssystemen jedoch auch Regionen hinter sich. So sind 90% der Länder aus Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika oder Eurasien nur unzureichend auf den Wandel der Produktion vorbereitet. Hier werden innovative Fertigungstechnologien nicht der gewählte Weg der Transformation sein, so der Bericht, sondern eine weitere Fokussierung auf traditionelle Produktionsmöglichkeiten und andere Sektoren stattfinden.

„Luft nach oben haben alle Länder“, so Dr. Martin Eisenhut, Zentraleuropachef von A.T. Kearney. „Kein Land hat das volle Potenzial der vierten industriellen Revolution in der Produktion ausgeschöpft.“ Um die Effizienz zu steigern, brauche es internationale Standards, die technische, geografische und politische Grenzen überschreiten. „Neue und innovative Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor sind erforderlich. Nur so können sich schnell und effektiv Partnerschaften bilden, die neue Werte freisetzen“, ist sich Eisenhut sicher. (A.T. Kearney/mc/ps)

Readiness for the Future of Production Report 2018

Über A.T. Kearney
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A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. Die Aktivitäten in der Schweiz werden seit über 20 Jahren aus unserem Büro in Zürich geführt. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3’500 Mitarbeiter in 40 Ländern der Welt. Seit 2010 beraten wir unsere Klienten klimaneutral.
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